Bremen nach Erfolg über Real euphorisch:
Das letzte Aufgebot schlug die "Königlichen"
- Werder Bremen wahrt Chance auf das Achtelfinale
- Martin Harnik durfte ab der 76. Minute mitspielen

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UMFRAGE: Ein Favorit oder eine Überraschung?
Er war zwar nur eine knappe Viertelstunde auf dem Feld, dennoch durfte ÖFB-Teamspieler Martin Harnik den 3:2 (2:1)-Sieg von Werder Bremen gegen das Millionen-Ensemble von Real Madrid richtig auskosten. Schließlich stand das Bremer Weserstadion Kopf. Von einer "magischen Fußball-Nacht" war die Rede und selbst der sachliche Coach Thomas Schaaf gab sich euphorisch: "Das kann man gar nicht hoch genug schätzen. Jetzt haben wir in Piräus das Endspiel, das wir wollten". Mit einem Sieg gegen Olympiakos am 11. Dezember würde Werder im Achtelfinale der Fußball-Champions League stehen.
Als Harnik in der 76. Minute eingetauscht wurde, war die Stimmung bereits am Kochen. Die Tore von Markus Rosenberg (4.), Boubacar Sanogo (40.) und Aaron Hunt (58.) hatten die Fans trotz der Gegentreffer von Robinho (14.) und Ruud van Nistelrooy (71.) in einen Rausch versetzt, den auch die Spieler noch lange nach dem Abpfiff genossen. "Wir waren schon fast weg", meinte auch Werder-Manager Klaus Allofs: "Und jetzt sind wir wieder mittendrin." Dabei hatte aufgrund der langen Verletztenliste in Bremen kaum jemand mit einem vollen Erfolg gerechnet.
Eine böse Überraschung erlebte hingegen Bernd Schuster. "Bremen hat das wirklich gut gemacht", lobte der deutsche Real-Trainer und sagte zu den vielen Ausfällen bei Werder: "Das hat sie noch mehr zusammengeschweißt. Das hat es für uns noch schwerer gemacht." Er habe die "klassische Mentalität einer deutschen Mannschaft gesehen, auch wenn Werder viele ausländische Spieler hat". Real präsentierte sich hingegen als Ansammlung hoch bezahlter Einzelkönner. "Wir haben es Werder in einigen Punkten leicht gemacht", kritisierte Schuster, ohne ins Detail gehen zu wollen.
Mit hochkarätigen Verstärkungen kann der Deutsche in naher Zukunft freilich nicht rechnen. "Es wird im Winter keine neue Rekrutierungen geben", stellte Präsident Ramon Calderon klar. Ganz im Gegenteil: Real will sich laut spanischen Sportzeitungen von Mitteldspieler Mahamadou Diarra aus Mali und dem brasilianischen Stürmer Julio Baptista trennen.
Milan und Chelsea weiter
Im Gegensatz zum "weißen Ballett", das in Gruppe C um seinen Einzug in das Achtelfinale vor dem letzten Gruppensiel daheim gegen Lazio Rom noch bangen muss, haben zwei andere Großclubs diesen schon in der Tasche. Dem AC Milan genügte dazu in Gruppe D ein 1:1 bei Benfica Lissabon. Etwas spektakulärer löste Chelsea (Gruppe B) das Ticket. Die Londoner feierten einen 4:0-Auswärtssieg gegen Rosenborg Trondheim.
Milan-Coach Carlo Ancelotti dachte bereits weiter: "Es ist wichtig, dass wir Platz eins in der Gruppe belegen. Dann haben wir im Achtelfinale das Rückspiel daheim." In Trondheim räumte Coach Trond Henriksen einen gewissen Klasseunterschied ein: "Um gegen ein Team wie Chelsea zu punkten, müssen wir das Maximum aus uns herausholen. Das haben wir heute nicht geschafft." Im letzten Gruppenspiel würde den Norwegen aber bei Schalke 04 ein Zähler genügen, um im Bewerb zu bleiben.
Liverpool wahrt die Chance
Dies haben neben Milan und Chelsea bereits Manchester United, Arsenal, Barcelona, Roma, Inter Mailand und der FC Sevilla geschafft. Kämpfen muss hingegen noch der FC Liverpool. Trotz eines klaren 4:1 an der Anfield Road gegen den FC Porto liegen die "Reds" nur auf dem dritten Rang der Gruppe A und müssen in der Abschlussrunde in Marseille gegen Olympique siegen, wollen sie die Franzosen (am Mittwoch 1:2 gegen Besiktas in Istanbul) noch abfangen. Allerdings hat der noch einen Punkt mehr als Liverpool aufweisende FC Porto mit einem Heimspiel gegen Besiktas auf dem Papier die beste Ausgangslage. Aber auch die Türken sind noch nicht aus dem Rennen.
(apa/red)
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