Donnerstag, 29. November 2007

Stürmer Sanel Kuljic fordert mehr Schutz:
Wird "von oben bis unten weichgeklopft"

  • Kämpfer hat kein Verständnis für "Schwalbenkönige"
  • Kuljic absolvierte seit 11. Juli ganze 32 Pflichtspiele

Sanel Kuljic ist der Marathonmann des österreichischen Fußballs. Seit Saisonstart hat der Stürmer in Bundesliga, UEFA Cup und Nationalteam in 138 Tagen 32 Matches absolviert, das ergibt im Schnitt über einen Zeitraum von rund viereinhalb Monaten alle 4,3 Tage ein Pflichtspiel.

Jetzt haben die Belastungen aber Wirkung gezeigt, eine im Derby gegen Rapid erlittene Hüftprellung hat Kuljic fürs UEFA-Cup-Spiel in Helsingborg matt gesetzt.

"Normalerweise beiße ich immer die Zähne zusammen, ich habe seit mindestens sieben Jahren kein Spiel mehr wegen einer Verletzung verpasst. Aber jetzt ging es einfach wirklich nicht mehr", meinte Kämpfer Kuljic im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Dass er zwischen 11. Juli (2:2 zum Liga-Auftakt gegen Sturm) und 25. November (0:0 gegen Rapid) ganze 32 Pflichtspiele (20 Liga, 5 UEFA Cup, 7 Nationalteam) absolviert hat, überraschte selbst den Ex-Schweiz-Legionär. "Das ist doch ganz schön viel. Klar, dass da der Körper irgendwann Signale gibt."

"Von oben bis unten weichgeklopft"
Hinzu kommt nach Ansicht seines Trainers Georg Zellhofer, dass sein Paradeangreifer im wahrsten Sinne des Wortes "von oben bis unten weich geklopft" wurde. Da stimmt auch Kuljic zu. "Alle reden immer nur davon, dass Hofmann gefoult wird." Kuljic nimmt eine gewisse "Teilschuld" auf sich, dass die Fouls an seiner Person nicht wie von ihm gewünscht gepfiffen werden. "Ich werde abgeklopft, aber ich gehe eben nicht gerne zu Boden und fliege nicht so schnell", so Kuljic, der "Schwalbenkönige" hasst.

"Wenn alle so fliegen wie Atan oder Bazina, dann will ich nicht mehr Fußball spielen. Ein leichter Körperkontakt und sie fliegen zwei Meter und wälzen sich auf dem Boden. Das ist doch ein Kasperltheater", so Kuljic über seine Kollegen von Mattersburg (Atan) und Rapid (Bazina).

Konnte nach Derby nicht mehr gehen
Nach dem Derby konnte Kuljic zwei Tage "nicht einmal gehen". Mit einer intensiven Therapie und leichtem Lauftraining will sich der ÖFB-Teamkicker aber bis Sonntag wieder in Schuss bringen. "Nicht nur, weil es gegen Ried geht. Sondern weil ich spielen will, weil ich meinen Beruf liebe. Ein Spiel zuschauen zu müssen, ist mehr als genug."

Im Titelkampf sieht der bosnisch-stämmige Angreifer gute Chancen für seine Austria. "Vor allem wenn im Frühjahr die derzeit langzeitverletzten Radomski und Vachousek wieder dabei sind." Beschwerden und Jammereien über das aktuell dichte Programm der Austria hört der Viel-Spieler übrigens gar nicht gerne: "Sudern brauchen wir wirklich nicht. Wir wollten das so. Und unser Kader ist breit genug."
(apa/red)


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29.11.2007 14:32