Sieglose ÖSV-Herren hoffen auf Super-G: In 67 Rennen nur einmal kein Podestplatz
- Letzte österreichische Bastion soll bestehen bleiben
- Herrenchef Giger kritisch: "Herz in die Hand nehmen"

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Österreichs Ski-Herren haben zum Auftakt der Mini-WM in Beaver Creek eine Riesen-Schlappe kassiert und sind nach fünf Saisonrennen weiter sieglos. Für den ÖSV verhinderte mit Rainer Schönfelder ein 30-Jähriger durch Platz sieben ein Debakel und ohne den kranken Kärntner, der eigentlich gar nicht hätte starten sollen und nach der Kombi erschöpft wieder im Bett verschwand, wäre die Pleite wohl noch größer gewesen.
Denn mit Romed Baumann (18.) und Slalom-Weltmeister Mario Matt (28.) kamen nur zwei weitere ÖSV-Läufer in die Punkteränge. Topfavorit Benjamin Raich blieb als 36. sogar punktlos. Für ein Skiteam, das bis dahin sechs von acht Superkombis gewonnen hatte, war das fast schon ein Debakel.
"Das ist absolut nicht das, was wir uns erwartet haben", bekannte sich deshalb auch ÖSV-Herrenchef Toni Giger zur Niederlage. "Da waren einige Fehler in der Abfahrt, und im Slalom haben wir nicht die richtige Einstellung gefunden", gab sich der Salzburger kritisch.
Kritik an Raich und Matt
Dass ein Benjamin Raich im Slalom ausrutschte, könne zwar immer passieren: "Aber er hat schon bis zur Zwischenzeit nicht das gezeigt, was er kann", sagte Giger und nahm auch Matt in die Kritik. "Dass die beiden vergangene Saison die besten Slalomfahrer waren, haben sie sicher nicht gezeigt."
Schon vergangenes Jahr war nach dem Auftaktbewerb der Mini-WM in Beaver Creek bei den ÖSV-Herren etwas die Krise aufgekommen. Dabei war damals Schönfelder noch Kombi-Dritter gewesen, am Ende war man dann aber sogar sieglos nach Europa zurückgekehrt. Das soll diesmal aber möglichst nicht passieren.
"Hektik darf keine Rolle spielen"
"Hektik oder dass es ein langer Tag war, das darf keine Rolle spielen", richtete Giger seinen Läufern aus. "Speziell in Beaver Creek muss man das Herz in die Hand nehmen und attackieren. Das muss das Motto für die restlichen Tage sein", gab Österreichs Herrenchef die Parole an seine nach fünf Saisonrennen noch immer auf einen Sieg wartenden Herren aus.
Das galt für den Super-G am Samstag (19 Uhr MEZ) und den abschließenden Riesentorlauf am Sonntag (17:45 Uhr MEZ). Für Österreichs Herren steht schön langsam wirklich viel auf dem Spiel. Im Super-G haben die ÖSV-Herren in den jüngsten 67 Rennen nur ein einziges Mal keinen Podium-Platz geschafft.
"Können jedes Rennen gewinnen"
"Raich hat mit Platz zwei in Lake Louise gezeigt, was im Super-G möglich ist", gab sich Giger aber überzeugt, dass die letzte wirkliche Bastion seiner Burschen stehen bleibt. "In Beaver wird viel davon abhängen, wie der Kurs im Steilhang gesetzt wird", sagte der Coach, bevor Aksel Svindals Trainer Marius Arnesen den Kurs auf der Raubvogel-Piste in den Schnee rammte. "Wir haben eine gute Mannschaft und können jedes Rennen gewinnen", beteuerte Giger, obwohl in seiner Truppe die vermeintlichen Nachfolger von Maier, Walchhofer und Co. nicht mehr wirklich zu den Jüngsten gehören.
Zumindest die Startnummern dürfen im Super-G keine Ausreden mehr sein, wird doch nach dem neuen Schema ausgelost, das Giger schon vor zwei Jahren vorgeschlagen hat. Damit sollten in drei Viertel der Rennen die Besten eine faire Chance haben, zu gewinnen.
Schönfelder fraglich
Während der genesene Matthias Lanzinger sowohl im Super-G als auch im abschließenden Riesentorlauf am Samstag startet und damit ein doppeltes Comeback gibt, war das Antreten von Schönfelder am Sonntag fraglich. Sofern es an diesem Tag überhaupt ein Rennen gibt.
Denn während für die Abfahrt nur störender Wind vorausgesagt war, kommen in der Nacht auf Samstag bis zu 60 Zentimeter Neuschnee über Beaver Creek. "Auf der Reiteralm hat es in der Nacht einen Meter geschneit und wir sind am nächsten Tag Rennen gefahren", blieb FIS-Renndirektor Günter Hujara aber gelassen.
(apa/red)
