Nach erstem Davis-Cup-Sieg seit 12 Jahren:
Teamgeist das Erfolgsgeheimnis der USA
- US-Kapitän setzt seit Jahren auf die gleichen Spieler
- Roddick feierte zu viel und verzichtete auf 3. Einzel

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Einer der ersten Gratulanten war Andre Agassi. "Good job", schrieb der 37-jährige Ex-Profi in einer SMS an jedes einzelne Mitglied des amerikanischen Davis-Cup-Teams. Wenig später, das traditionelle Champions Dinner hatte gerade begonnen, meldeten sich auch noch Pete Sampras und Todd Martin mit einem Glückwunsch-Telegramm. Mit einem 4:1-Erfolg über Titelverteidiger Russland hatte sich die Tennis-Nationalmannschaft der USA erstmals seit 12 Jahren wieder den Davis Cup gesichert. Erfolgsgeheimnis dieses Erfolgs war der mannschaftliche Zusammenhalt.
1995 waren es Sampras, Martin und Jim Courier, die auf rotem Sand in Moskau die "hässlichste Salatschüssel" der Welt für das US-Team gewannen. Roddick und Co. kommen nun als frisch gebackene Titelträger zum Erstrunden-Duell mit Österreich vom 8. bis 10. Februar ins Wiener Dusika-Stadion.
"Ich habe das Gefühl, dass wir das verdient haben. Es ist eine große Ehre für mich, ein Teil davon zu sein", sagte Andy Roddick sichtlich bewegt im "Memorial Coliseum" von Portland im US-Bundesstaat Oregon. Mit einem Erfolg gegen Dimitri Tursunow hatte der Weltranglisten-Sechste den Weg zum 32. Davis-Cup-Titel der USA geebnet. Weil auch James Blake gegen Michael Juschni gewann und sich die Zwillinge Mike und Bob Bryan gegen Nikolaj Dawydenko/Igor Andrejew durchsetzten, war das ungleiche Finale nach dem zweiten Tag schon entschieden. Die abschließenden Einzel waren bedeutungslos - so durfte Andrejew gegen Bob Bryan den Ehrenpunkt für die Gäste feiern, ehe Blake mit einem Sieg gegen Tursunow den 4:1-Endstand herstellte.
Zu tief ins Glas geschaut
Dass Roddick nicht mehr antrat, hatte nachvollziehbare Gründe. "Er hatte ein bisschen zu viel bei der nächtlichen Siegesfeier", verriet Bob Bryan. In der Bar McFadden's hatte das gesamte Team, inklusive Kapitän Patrick McEnroe und Ersatzspieler Mardy Fish und Robby Gineprie, auf den Erfolg angestoßen. "Es ist wunderbar, den Cup nach Hause zu holen, aber noch wichtiger ist es, die Reise mit diesen Jungs zu erleben, wir haben so viel Spaß miteinander", sagte An- und Wortführer Roddick.
Tatsächlich ist es dem jüngeren Bruder von John McEnroe seit seinem Amtsantritt 2001 gelungen, aus guten, aber nicht überragenden Einzelkönnern ein Team zu formen. So war auch bereits am Tag danach für Patrick McEnroe die Zukunft interessanter als die Gegenwart. "Ich hoffe, dass das positive Auswirkungen hat und wir nicht wieder 12 Jahre auf einen Sieg warten müssen", sagte der 41-Jährige, der seit Jahren Roddick, Blake und Bryan/Bryan das Vertrauen schenkt.
Kritik an Dawydenko-Verzicht
Sein Pendant auf der anderen Seite dagegen verzockte sich gewaltig. Die Entscheidung Schamil Tarpischtschews, Dawydenko nicht im Einzel aufzustellen, konnte niemand nachvollziehen. Der russische Teamchef wies die Kritik allerdings von sich. "Ich glaube nicht, dass der Einsatz von Dawydenko aussichtsreicher gewesen wäre", brummte Tarpischtschew. Doch auch er musste eingestehen: "Das Resultat drückt das Kräfteverhältnis in diesem Finale korrekt aus. Die USA waren besser, das Ergebnis geht auch in dieser Höhe in Ordnung."
(APA/red)
