Freitag, 30. November 2007

Berlusconis neue Partei wird jetzt getauft:
Neugründung braucht klingenden Namen

  • Mitte-Rechts-Wähler dürfen über Namen entscheiden
  • Neues Projekt soll allgemeine Zentrumspartei werden

Der italienische Oppositionschef Silvio Berlusconi fiebert einem für seine politische Zukunft wichtigem Wochenende entgegen. Der Medienunternehmer ruft seine Mitte-Rechts-Wähler zusammen, um den Namen seiner neuen Partei zu bestimmen. In ganz Italien werden Berlusconis Anhänger über 10.000 Zelte aufstellen, in denen man zwischen zwei Namen für die Nachfolge-Gruppierung der Forza Italia wählen kann: "Partei der Freiheit" oder "Partei des Volkes der Freiheit".

"Die neue Gruppierung wird allen moderaten und liberalen Wählern offen stehen, wie es heute schon die Europäische Volkspartei ist. Andere Verbände und Bewegungen können sich ihr frei anschließen", berichtete Berlusconi. Er will die Partei nächste Woche vor einem Notar offiziell gründen. Danach sollen die Vorwahlen beginnen, um den Parteichef zu bestimmen. "Ich setze mich persönlich für dieses Projekt ein. Wenn die Wähler es wünschen, werde ich die neue Partei führen. Wir planen Vorwahlen mit klaren Regeln, die sich an dem amerikanischen Modell inspirieren", berichtete der Oppositionschef.

Berlusconi wies Vorwürfe seiner Gegner zurück, die ihn des "Populismus" bezichtigen. "Ich gebe mich keiner populistischen Wende hin. Die Gründung der neuen Partei stärkt die italienische Demokratie, weil sie den Bürgern die Politik näher bringt, während die Regierung Prodi nur eine Kluft zwischen den Institutionen und der Wählerschaft gegraben hat", betonte der 71-jährige Medienunternehmer und mehrmalige Ministerpräsident.

Mitte-Rechts-Block gescheitert
Der nunmehrige Oppositionschef sparte nicht mit Kritik an seinen Ex-Verbündeten im Mitte-Rechts-Block. "Alle hatten sich anfangs dieser neuen Partei angeschlossen. Dann hat jemand begonnen, an eine Zentrumspartei zu denken, aber anfangs war diese Gruppierung der Traum von uns allen", sagte Berlusconi in Anspielung an den Chef der rechten Alleanza Nazionale (AN), Gianfranco Fini, und den Vorsitzenden der christdemokratischen UDC, Pier Ferdinando Casini, die ihrerseits an einen Zusammenschluss im Rahmen einer anderen großen Partei der Mitte denken. Allen dreien, Berlusconi, Fini und Casini, werden sehr große Ambitionen auf das Amts des Regierungschefs nach den nächsten Wahlen nachgesagt.

Berlusconi zeigte sich von den Erfolgsaussichten seiner neuen Partei überzeugt. "Ich habe bisher all meine Träume verwirklicht. Wenn ich mir ein Ziel setze, erreiche ich es. Ich frage mich: Wer kann in Italien seine Erfolgsgeschichte mit jener Silvio Berlusconis vergleichen?", fragte er sich selbstverliebt.
(apa/red)

30.11.2007 11:06