Dienstag, 27. November 2007

Von Reisegruppe in Leipzig vergessen: Litauer ging 200 km zu Fuß nach Hause!

  • Erst an polnischer Grenze konnte ihm geholfen werden
  • Erste Auslandsreise wurde für Mann zum Alptraum

Seine allererste Auslandsreise ist für den litauischen Bauern Saulius Marcinkevicius zu einem Abenteuerurlaub wider Willen geworden. Die Reisegruppe, mit der er eine Landtechnikmesse in Hannover besucht hatte, vergaß den 41-Jährigen auf der Heimreise bei einem Zwischenstopp in der Nähe von Leipzig.

Wie die litauische Zeitung "Lietuvos Rytas" berichtete, hatte er nur seine Jacke, seinen Pass und 100 Euro dabei. Weil er keine Fremdsprache spricht, traute er sich jedoch nicht, jemanden um Hilfe zu bitten, und setzte die Heimreise zu Fuß fort. In neun Tagen marschierte er 200 Kilometer in Richtung Polen, schlief unter Bäumen, ernährte sich von Äpfeln, die er am Wegesrand pflückte, und trank aus Lacken.

Die deutsche Polizei griff den Litauer ein paar Mal auf, weil er an der Autobahn entlangging. Erst an der deutsch-polnischen Grenze konnte er sich aber mit Hilfe eines Übersetzers den Grenzpolizisten verständlich machen. Dann nahm ihn ein litauischer Lastwagenfahrer mit und setzte ihn schließlich zu Hause im nordlitauischen Kupiskis ab. Dort meldete er sich bei der Polizei zurück, die seit dem 16. November nach ihm gesucht und sogar Interpol eingeschaltet hatte.

Fünf Kilo Gewicht verlor Marcinkevicius während der beschwerlichen Rückkehr von seiner ersten Auslandsreise. Aber der Bauer sieht es mit Humor. Für derart extreme Erfahrungen würden andere Menschen viel Geld bezahlen, sagte er der Zeitung. Für ihn aber ist eines sicher: In Zukunft bleibt er lieber in Litauen.

(apa/red)

27.11.2007 13:26