Musharraf demnächst als ziviler Präsident vereidigt: Sharif und Bhutto kandidieren
- USA: "Ermutigende Schritte" auf Weg zur Demokratie
- 20 Islamisten bei Offensive im Swat-Tal getötet

·Zurück in Pakistan:
"Lang lebe Sharif!"
Oppositionspolitiker mit Rückkehr in seine Heimat
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Notstand für richtig
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Könnten bei Wahlen in
"falsche Hände geraten"
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Grundlegende Freiheits- rechte treten außer Kraft
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Von der Unabhängigkeit bis zur Militärdikatur
Pakistans Militärmachthaber Pervez Musharraf will nach Angaben mehrerer hochrangiger Justiz- und Armeevertreter als Präsident in Zivil vereidigt werden. Generalstaatsanwalt Malik Muhammad Qayyum versicherte der Nachrichtenagentur AFP am Montag in Islamabad, Musharraf werde noch vor der Vereidigung sein Amt als Armeechef niederlegen.
Laut Armeesprecher General Waheed Arshad soll dies am Mittwoch geschehen. Die USA begrüßten die Rücktrittsankündigung, forderten aber erneut die Aufhebung des Ausnahmezustands. Die Oppositionspolitiker Benazir Bhutto und Nawaz Sharif reichten derweil ihre Kandidaturen für die Parlamentswahlen im Jänner ein.
Regierungssprecher Rashid Qureshi sagte, Musharraf wolle in den nächsten Tagen verschiedenen Hauptquartieren der Armee Abschiedsbesuche abstatten. Am Donnerstag werde er dann den Eid als ziviler Präsident ablegen. Der Oberste Gerichtshof Pakistans hatte in der vergangenen Woche alle Einsprüche gegen die Wiederwahl des Staatschefs wegen dessen bisherigen Verbleibs im Amt des Militärchefs abgewiesen. Der General hatte Anfang November den Ausnahmezustand verhängt, die Richter des Gerichtshofes entlassen und ihm gewogene Juristen eingesetzt.
USA: "Ermutigende Schritte" auf Weg zurück zur Demokratie
Der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, sagte in Washington, Pakistan habe einige "ermutigende Schritte" auf dem Weg zurück zur Demokratie unternommen. Allerdings müsse das Land vollständig zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückkehren und der Ausnahmezustand aufgehoben werden.
Rosenblätter für Sharif
Dutzende von Anhängern ließen Rosenblätter auf den früheren Premierminister Sharif regnen, als er sich in Lahore für die Abstimmung am 8. Jänner registrieren ließ. Sharif war nach sieben Jahren im saudi-arabischen Exil nach Pakistan zurückgekehrt und hatte angekündigt, er wolle "das Land von der Diktatur befreien". Auch Bhutto, die Mitte Oktober aus dem Exil zurückgekehrt war, reichte trotz vorheriger Boykottdrohungen ihre Kandidatur ein. Die Frist für die Anmeldung lief am Montag ab. Die Oppositionspolitikerin bot ihrem einstigen Rivalen Sharif erneut eine Zusammenarbeit an. Sie sei bereit, ein Bündnis "mit allen moderaten Kräften" zu bilden.
Die pakistanische Armee hat nach eigenen Angaben am Montag ihre Offensive im von militanten Islamisten kontrollierten Swat-Tal im Nordwesten des Landes verstärkt. Wie Armeesprecher Arshad mitteilte, wurden 20 Rebellen getötet. Erstmals seien neben Kampfhubschraubern auch Bodentruppen eingesetzt worden. Bei Kämpfen sind nach Armeeangaben bisher innerhalb einer Woche mehr als 250 Aufständische umgekommen.
(apa/red)
