Abschlusskonferenz zum Kosovo in Baden:
"Ohne Kompromiss gibt es kein Frieden"
- Jeremic: Einigung derzeit nur wenig wahrscheinlich
- Samardzic: Albaner "kein Motiv" über Status zu reden

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"Ohne Kompromisslösung gibt es keinen Frieden und keine Stabilität und damit keine Prosperität für die Menschen am Westbalkan", betonte der serbische Außenminister Vuk Jeremic nach dem ersten Tag der entscheidenden Kosovo-Gesprächsrunde in Baden bei Wien. "Wir müssen die Zukunft aller Menschen am Westbalkan beachten und nicht nur eines Teiles." Sollte es keine Kompromisslösung geben, werde es "mit nahezu 100%iger Sicherheit eine sehr, sehr prekäre Situation" am Westbalkan geben, warnte Jeremic.
Die Menschen am gesamten Westbalkan müssten im Zentrum der Diskussionen stehen und gerade deshalb kämpfe Serbien für eine Kompromisslösung. Sollte bis 10. Dezember, bis zu dem die Kosovo-Troika dem UNO-Generalsekretär einen abschließenden Bericht übergeben soll, keine Einigung gefunden werden, müsste der Dialog - in welcher Form auch immer - fortgesetzt werden, betonte der Außenminister.
Einigung derzeit nur wenig wahrscheinlich
Sehr wichtig sei, wie das internationale Umfeld reagieren werde, wenn bis 10. Dezember keine Einigung erzielt werde. Und eine Einigung sei derzeit nur wenig wahrscheinlich. Wichtig sei auch, dass im Sicherheitsrat Debatten aufgenommen werden und dass die internationale Gemeinschaft "Ernsthaftigkeit und Verantwortung" beweise, erklärte Jeremic.
Der serbische Minister für Kosovo und Metohija, Slobodan Samardzic, hob hervor, dass die Albaner die längste Zeit Gesprächen über den künftigen Status ausweichen. Während Belgrad auf Verhandlungen über den Status beharre, hätten die Albaner gar "kein Motiv" über den Status zu reden, "weil ihnen die Unabhängigkeit versprochen wurde", betonte Samardzic. Die Kosovo-Albaner würden sich deshalb "passiv" verhalten und hätten gar kein Interesse, über den Status zu reden.
Die entscheidende Frage sei, ob die albanische Delegation endlich an den Gesprächen über den Status teilnimmt und die Troika in dieser Hinsicht Anstrengungen unternehmen werde. Sollte dies nicht der Fall sein, dann würden die Gespräche wie bisher verlaufen. Jedenfalls erwarte Belgrad, dass die Troika einen objektiven Bericht über die Verhandlungen verfasst und darüber, welche Seite eine Kompromisslösung wünschte.
(apa/red)
