Lage in Gmunden ist weiterhin angespannt:
'Häuser, die sich bewegen, nicht bewohnbar'
- Erhoffte Entwarnung der Experten ist ausgeblieben
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Beim Erdrutsch in Gmunden in Oberösterreich ist das Bangen weitergegangen. Ob für die Bewohner eine Rückkehr in die betroffenen Häuser möglich ist, kann laut Auskunft der Experten in einer Woche diskutiert werden. Bis dahin würden fundierte Messergebnisse erwartet, sagten sie in einer Bürgerversammlung.
Das gespannte Warten der Bewohner hatte am Abend des 6. Dezember ein Ende: Michael Schiffer von der Wildbach- und Lawinenverbauung berichtete von verstärkten Bewegungen an der Oberfläche, für die auch die zum Teil starken Niederschläge verantwortlich seien. Bis zu 1,5 Millionen Kubikmeter Geröll seien in Bewegung, man müsse überlegen, wie viel Material abgetragen werden könne. Der Massenzuwachs sei jedenfalls durch die Wasserableitung weitgehend unter Kontrolle, so Schiffer.
Der "Gau", dass das Ufer des Traunsees dem Druck nicht mehr standhält, werde "zu 90 Prozent" nicht eintreten, betonte Geotechniker Wolfgang Landrichter. Er erklärte aber gleichzeitig, dass "ein Riesentanker" schwerer zu stoppen sei als "ein kleines Fischerboot" zu halten.
Nichts Neues habe sich bei der Traunsteinstraße am Seeufer ergeben, auch bei den betroffenen Gebäuden seien keine Verschlechterungen eingetreten, berichtete Geologe Peter Baumgartner. Er appellierte dennoch an die Geduld der Anrainer: "In Häusern, die sich bewegen, kann man nicht wohnen." Weitere Aufschlüsse sollten Tiefenbohrungen bringen, die Ausrüstung mit Messinstrumenten wurde für morgen, Freitag, angekündigt.
"Glas halbvoll und nicht halbleer"?
Man unternehme alles, damit das Gebiet auch in Zukunft bewohnt werden könne, versicherte Bürgermeister Heinz Köppl. "Ich glaube, dass das Glas halbvoll und nicht halbleer ist." Er forderte die Bewohner auf, bis nächsten Freitag durchzuhalten.
"Es hilft nur das Beten", betonte eine Gmundnerin vor Beginn der Messe. "Nicht wenige Menschen unserer Stadt sind in Angst und Not", sagte Pfarrer Geyerhofer in der nicht weit vom betroffenen Gebiet entfernten Kapuzinerkirche. Abseits der Sensationslust erlebe man aber große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft. Beim Gottesdienst wurden Lichter für die Anrainer und die Einsatzkräfte entzündet.
Insgesamt 55 Häuser - darunter zwei Gasthäuser und ein kleiner Bootsbaubetrieb - mussten in den vergangenen Tagen im Gebiet "unterm Stein" evakuiert werden. Rund 100 Personen kamen bei Verwandten und Freunden unter. Die Traunsteinstraße wurde vorübergehend gesperrt, konnte aber Dienstagabend für die betroffenen Anrainer wieder freigegeben werden. (apa/red)

