Donnerstag, 29. November 2007

Förderungspaket beschlossen: Regierung
spendiert 60 Mio. Euro für Kinderbetreuung

  • Länder müssen Betrag zudem mindestens verdoppeln
  • Auch sprachliche Frühförderung im Paket enthalten

Die Regierung hat das 60 Mio.-Euro-Paket zum Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen und sprachlicher Frühförderung beschlossen. Die 15a-Vereinbarung mit den Bundesländern sieht von 2008 bis 2010 jährlich Zuschüsse von 20 Mio. Euro vor - 15 Mio. zur Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen und fünf Mio. für sprachliche Frühförderung. Die Länder müssen diesen Betrag mindestens verdoppeln.

Das Geld soll in erster Linie zum Ausbau der Betreuungsquote von Unter-Dreijährigen dienen. Laut dem Barcelona-Ziel der EU sollen bis 2010 für 33 Prozent der Unter-Dreijährigen Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung stehen. In Österreich betrug diese Betreuungsquote 2006/07 nur 10,8 Prozent.

Gusenbauer: "Ganz, ganz wesentlicher Schritt"
Bundeskanzler Gusenbauer sprach von einem "ganz, ganz wesentlichen Schritt". Gemeinsam mit der Flexibilisierung des Kindergeldes sei dies ein geschlossenes Angebot zur Vereinbarung von Beruf und Familie.

Kinderbetreuung halbtags für 1.500 €
Zum Aufbau des Betreuungsangebots fließen an die Bundesländer jährlich 15 Mio. Euro. Den größten Teil davon bekommt Wien (20,7 Prozent), gefolgt von Niederösterreich (18,7) und Oberösterreich (17,5). Die Steiermark bekommt 13,3, Tirol 8,8, Kärnten 6,3, Salzburg 6,6, Vorarlberg fünf und das Burgenland drei Prozent. Konkret gibt es für einen halbtägigen Kinderbetreuungsplatz 1.500 Euro, für einen ganztägigen 2.500 Euro und für einen VIF-Platz (mit einer Vollbeschäftigung der Eltern besonders gut vereinbare Kinderbetreuung) 4.000 Euro.

Die Länder können bis zu 50 Prozent des Zuschusses für den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen für die Neuausbildung von Tagesmüttern verwenden. Der Zuschuss für jede zusätzlich neu ausgebildete Tagesmutter beträgt 750 Euro.

Bures freut sich über Förderungspaket
Die fünf Mio. für die sprachliche Frühförderung werden wie folgt aufgeteilt: Wien 34,7 Prozent, Oberösterreich 14,7, Niederösterreich 13,2, Steiermark 9,5, Tirol acht, Salzburg 7,9, Vorarlberg 5,5, Kärnten 4,5 und Burgenland 1,7 Prozent.

Für viele Mütter und Väter werde jetzt das Schlagwort der Vereinbarkeit mit Leben erfüllt, freute sich Frauenministerin Bures. Familienministerin Kdolsky betonte, dass die Einigung zeige, "dass unser Vorhaben, Österreich in Zukunft noch familien- und kinderfreundlicher zu machen, kein bloßes Lippenbekenntnis ist". (APA/red)

29.11.2007 08:12