Dreister Bankräuber: Verdächtiger gewann mit geraubtem Geld auch noch im Casino!
- Am Abend nach Überfall spielte er am Automaten
- Wieder Bankraub in Wien: Täter als Frau verkleidet
·Wien: Erste-Bank am Alsergrund überfallen
69 Überfälle: Rekord für die Bundeshauptstadt

Auch wenn bei seinem Überfall auf eine Bankfiliale in Wien-Ottakring das Alarmpaket explodierte, dürfte der Bankräuber die Beute vom 31. Oktober trotzdem noch gut verwendet haben. Am selben Abend, nachdem er das Filialpersonal mit einer silbernen Pistole bedrohte und Geld erzwang, verspielte er die rot eingefärbte Beute in einem Casino in der Leopoldstadt. Die Gewinnsumme ließ er sich in ungefärbtem Geld wieder ausbezahlen. Unterdessen wurde in Wien schon wieder ein Bankraub verübt. Der als Frau verkleidete Täter wurde kurz darauf gefasst.
Die Angestellten des Casinos erkannten die vom Alarmpaket beschädigten Scheine beim Ausräumen des Automaten, teilte Oberst Roland Frühwirth, Leiter der Kriminaldirektion 1 mit. "Aufgrund der Spieldauer" konnten der Mann identifiziert werden. Nachdem dieser zwei Wochen später wieder mit geraubtem Geld an den Automaten gewann, wurde er von den Kameras aufgenommen. Der noch unbekannte Täter ist flüchtig, Hinweise werden an die Gruppe Jandl unter 01/31310 DW 33120 bzw. den Journaldienst der Kriminaldirektion 1 unter 01/31310 33800 erbeten. Für Hinweise, die zur Ausforschung oder Festnahme des Verdächtigen führen, setzt die Wiener Wirtschaftskammer eine Belohnung von 2.000 Euro aus.
Noch ein Bankraub in Wien
In Wien ist erneut eine Bank überfallen worden. Wenige Minuten nach einem Überfall auf eine Filiale der Raiffeisenbank am Kardinal-Rauscher-Platz in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Der Täter hatte sich für den Überfall als Frau verkleidet. Der laut Oberst Wolfgang Haupt "sehr nervöse" Mann hatte ein braunes Kopftuch getragen und ein Tuch um die Hüfte geschlungen. Unter einem Bipa-Sackerl habe er eine Pistole versteckt gehabt, mit der er das Personal mit den Worten "Geld" und "Mehr! Mehr! Mehr!" bedrohte, schilderte Haupt.
Während die Angestellten das Geld herausgegeben haben, wurde Alarm ausgelöst. Beim Verlassen des Gebäudes habe der Täter aber bereits einige Geldscheine verloren, sagte Haupt. Das wurde von drei couragierten Jugendliche bemerkt, die versuchten, den Mann aufzuhalten. Der Verdächtige wurde wenige Minuten später von einer Streife hinter der Kirche festgenommen.
Rekord bei Banküberfällen
Wien hat in diesem Jahr den Rekord bei Banküberfällen vom Jahr 2006 bereits Ende November eingestellt. Für Hannes Scherz, interimistischen Leiter der Kriminalpolizeilichen Abteilung ist diese Entwicklung kein Grund, "den Alarmzustand auszurufen". Natürlich werde "der eine oder andere noch dazukommen", man müsse sich "aber nicht extrem fürchten", beruhigt er. Innerhalb der Exekutive habe man aber bereits reagiert, so gebe es einen verstärkten Streifendienst, sagte Scherz.
Seit 2003 beobachte er einen Anstieg von Banküberfälle, der Grund sei ganz einfach: "Die Leute brauchen Geld", so Scherz lapidar. Die Kriminalität sei aber seit 2002 generell im Steigen begriffen.
Überfälle nach gleichem Muster
Die Banküberfälle selbst gehen meist nach dem selben Muster vor sich, mit einer Waffe werden die Bankangestellten bedroht und zur Herausgabe des Geldes gezwungen. Anders verhalte es sich mit der Auswahl des Ortes und dem Auslöser für die Tat, so der Kriminalbeamte. Prinzipiell handle es sich meist um Einzeltäter, die "viele verschiedene Beweggründe, Gedanken und Ideen haben", erklärte Scherz, nur "vereinzelt" wird eine Bank von organisierten Tätergruppen ausgeraubt.
(apa/red)
