Österreichs unter 19-Jährige sind arm dran:
96.000 Jugendliche von der Armut betroffen
- Insgesamt 420.000 Menschen unter der Armutsgrenze
- Kampagne "armut tut weh" will Volkshilfe unterstützen
·Arme sterben sieben Jahre vor den Reichen
Soziale Benachteiligung hemmt gesundes Leben
·91.000 Menschen in Wien sind akut arm
Armutskonferenz: Ein Vietel davon sind Kinder
·Österreicher "hung- ern" trotz Überfluss
Vor allem Nährstoffe und Energie mangeln uns sehr
·Ausländerinnen sind
'doppelt benachteiligt'
Bericht: Öfters arbeitslos und von Armut betroffen
·Neue Erkentnisse zur Jugend-Diabetes
Forscher entdeckten verantwortliche Gene
In Österreich sind 96.000 Kinder unter 19 Jahren arm, das sind fünf Prozent aller Jugendlichen. Rund 420.000 Menschen sind akut von Armut betroffen, etwa eine Million ist armutsgefährdet. Mit der Kampagne "armut tut weh" will die Volkshilfe nun Menschen in finanziellen Notlagen unterstützen. Schirmherrin der Aktion ist Margit Fischer, die Frau von Bundespräsident Heinz Fischer.
Der Schwerpunkt der Kampagne liegt bei der Hilfe für Kinder, denn jeder vierte Armutsbedrohte ist unter 19 Jahre. Vor allem Kindern müsse man die Chance zu Bildung geben und sie nicht von schulischen Aktivitäten ausgrenzen, so die First Lady. "Das ist die wirksamste Möglichkeit, aus dem Circulus Vitiosus auszubrechen, denn Armut ist sonst vererbbar." Sowohl durch Spenden als auch durch die Sicherung eines Arbeitsplatzes könne man Betroffene unterstützen.
Trotz Erwerbstätigkeit armutsgefährdet
Laut Volkshilfe-Präsident Weidenholzer können 25 Prozent der Österreicher keine unerwarteten Ausgaben machen und 250.000 Personen haben Probleme, ihre Wohnung im Winter warmzuhalten. Zudem hat die Armutsgefährdungsquote erwerbstätiger Haushalte gegenüber 1999 deutlich zugenommen (von sechs auf sieben Prozent im Jahr 2005). In Haushalten ohne Erwerbstätigkeit ist die Quote von 25 auf 28 Prozent gestiegen. "Ohne Sozialleistungen und Pensionen wären statt zwölf Prozent der Bevölkerung 43 Prozent armutsgefährdet", erklärte Weidenholzer.
Mit der neuen Kampagne wolle man Aufmerksamkeit generieren und auch zeigen, dass gegen Armut etwas getan werden kann, erläuterte Volkshilfe-Bundesgeschäftsführer Fenninger. Mit den Spendengeldern werden beispielsweise chronisch kranke oder benachteiligte Kinder, Unfallopfer, Alleinerziehende oder kinderreiche Familien unterstützt.
(apa/red)
