Ab '08 flexible Temporegelung in Salzburg: Tauernautobahn bald damit ausgerüstet
- Verfassugsgerichtshof bestätigt Tempo 100 in OÖ
- Politische Querelen um 13 Kilometer Autobahn

·Tempo 100 in Tirol nur bei schlechter Luft
Neue variable Verkehrs- beeinflussungsanlage
·Tempo 50 laut Test positive Auswirkungen
Sima: 7 bis 17 weniger vorzeitige Todesfälle
Auf der Tauernautobahn zwischen Salzburg und Golling soll bereits im kommenden Jahr eine flexible Temporegelung kommen. Das sagte nun Verkehrsminister Werner Faymann dem 2. Salzburger Landtagspräsidenten Michael Neureiter (V) schriftlich zu. Ursprünglich hätte die Verkehrsbeeinflussungsanlage erst 2012 realisiert werden sollen.
Seit dem Frühjahr 2005 gilt auf dem rund 30 Kilometer langen Straßenstück aufgrund der Immissionsschutzgesetzes Tempo 100. Nach Realisierung der flexiblen Temporegelung soll es dort je nach Umweltbelastung verschiedene Geschwindigkeitsbegrenzungen geben. Laut Faymann werde derzeit schon an der Detailplanung gearbeitet, im vierten Quartal dieses Jahres erfolge die Ausschreibung, berichtete der Landtagspräsident.
Mehr Verkehr
Die Errichtung dieser flexiblen Regelung sei auch wegen der Wachstumsprognosen erforderlich, so Neureiter. Denn für den Raum Salzburg werde für das Jahr 2015 eine Zunahme des Verkehrsaufkommens um 60,5 Prozent (seit 2002) vorhergesagt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde die Verkehrsbeeinflussungsanlage sogar bis zum Zetzenbergtunnel bei Werfen errichtet, und zwar wegen der stark wechselnden und unterschiedlichen Wetterlagen nördlich und südlich des Pass Lueg.
Tempo 100 in Oberösterreich
Unterdessen reagierte der oberösterreichische Umweltlandesrat Rudi Anschober (G) erfreut auf die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes in Sachen Tempo 100. Damit habe die SPÖ-Kampagne gegen die Umweltmaßnahme eine schwere Niederlage erlitten. Die Höchstrichter hatten den Antrag eines Pendlers abgewiesen, der die Aufhebung der Geschwindigkeitsbeschränkung auf einem Abschnitt der Westautobahn (A1) gefordert hatte.
Politische Querelen
Um das Tempo-100-Limit auf einem 13 Kilometer langen Teilstück zwischen Linz und der Landesgrenze zu Niederösterreich hatte es in Oberösterreich lange politische Querelen gegeben. Anschober begründete seine Notwendigkeit mit dem Immissionsschutzgesetz Luft. Verkehrsreferent Landeshauptmannstellvertreter Erich Haider (S) trat vehement gegen die Geschwindigkeitsbeschränkung auf und unterstützte die Klage eines Pendlers beim VfGH.
Viele Unwahrheiten
Immer wieder sei "mit Unwahrheiten populistisch gegen Tempo 100 argumentiert" worden, so Anschober an die Adresse Haiders. Dabei habe die Maßnahme in anderen Bundesländern wie Salzburg, Tirol und der Steiermark auf Basis des bestehenden Bundesgesetzes ebenfalls verhängt werden müssen - "auch von SPÖ-Umweltreferenten", hielt der Landesrat fest.
Mobile Verkehrsbeeinflussungsanlage
Tempo 100 habe sich laut Experten "absolut bewährt", berichtete Anschober. Im ersten halben Jahr seien 1.167 Tonnen Kohlendioxid, neun Tonnen Stickoxid und 0,9 Tonnen Dieselrußpartikel eingespart worden. Bis Jahresende werde in Oberösterreich auf diesem Abschnitt eine mobile Verkehrsbeeinflussungsanlage errichtet, die Tempo 100 nur mehr bei "dicker Luft" vorschreiben soll. (APA/red)
