Montag, 26. November 2007

NEWS: Gergely beweist Zeitgeist und feiert das Comeback der klassischen Trattoria

  • Wiener Gastronom eröffnete seine fünfte Lokalität
  • Gergely's Neo-Lokal: Eine "ganz normale" Trattoria

Wenn Stefan Gergely sich für ein neues Restaurantkonzept entscheidet, so weiß man, dass es von den Konsumenten hundertprozentig "gegessen" ist.

Kein anderer Gastronom Wiens treibt so viel Feldforschung wie der Ex-Journalist und Chemiker, der im Margaretener Schlossquadrat mit dem Edel-Fast-Food-Laden "Cuadro", dem Szenebeisel "Silberwirt", dem fashionablen Exotik-Steakhouse "Gergelys" und dem für geschlossene Gesellschaften zu mietenden "Hofstöckl" bereits vier äußerst erfolgreiche Gastro-Pferdchen laufen hat. Schon immer beklagte Gergely, dass ihm "nur noch ein Italiener" zu seinem vollen Wirteglück fehle. Allein: Gegen das in den letzten Jahren in Wien boomende Stilgemisch aus New Yorks Tribeca, Londons Soho und Mailands Naviglio-Viertel wollte Gergely nicht antreten.

Italy goes retro
Zeitgeist-Spürnase Gergely ortete vielmehr ein Bedürfnis zurück zu jenen ganz einfachen, schlichten Genüssen, die seit Jahrzehnten jedermann mit Italoküche assoziiert: Pizza, Spaghetti und Risotto abseits von Nouvelle-Italo-Cuisine, Espuma-Seligkeit und einer Fischküche, die mit Steinbutt, Branzino & Co mittlerweile die Preisschwellen der Dreihauben-Gastronomie erreicht, wenn nicht überschritten hat. Dass Mario Plachutta, eine ähnlich sensible Spürnase, was den kochenden Weltgeist betrifft, in Hietzing seit Jahresfrist mit einem Pasta- &-Grill-Konzept erfolgreich ist, bestätigte Gergely in seiner Überzeugung, dass Wien keinen neuen Nobelitaliener, kein Ristorante mit Mafia-Charme, aber auch keine schmallippige Designer-Osteria braucht, sondern die gute alte Trattoria im "bürgerlichen" Format, aber mit zeitgemäßer Ausstattung.

Terrazzoboden und Bootshölzer
Letztere ist Gergely und seinem Architekten so überzeugend gelungen, dass viele Gäste der seit ihrer Eröffnung stets überfüllten Trattoria Margareta den edlen Terrazzoboden und die teuren Bootshölzer für Attrappen halten, weil sich niemand vorstellen kann, dass jemand so etwas in eine "normale" Trattoria stellt. "Ganz normal gut" ist die vom italienischen Küchenchef "gewirbelte" hauchdünn-knusprige Pizza. Köstlich sind die authentischen "Sarde in Saor" als Antipasti, die hausgemachten Nudeln aller Arten und der etwas angepasste Risotto Nero, bei dem die Tintenfische fein säuberlich und schlohweiß rund um den Teller drapiert sind. Weine gibt's kleine, aber auch große Namen wie Jermann und Ornellaia blitzen auf der Karte durch. Fazit: ein insgesamt recht leistbares bürgerliches Vergnügen mit Hochglanzpolitur.  

Der gesamte Bericht ist im NEWS Nr. 47 nachzulesen.

26.11.2007 10:30