Freitag, 23. November 2007

Angst & Aggression durch viel Einsamkeit: Der Hirnstoffwechsel wird dadurch verändert

  • Test an Mäusen ist auch auf Menschen umlegbar
  • Medikament könnte Folgen von Stress verringern

Dauerhafte Einsamkeit kann bei Menschen wie auch bei Tieren Angstgefühle und Aggressionen wecken. Zu diesem Effekt trägt vermutlich ein bestimmtes Enzym maßgeblich bei, wie US-Wissenschaftler herausfanden.

Eine wesentliche Rolle bei der Regulierung von Angstgefühlen spielt die Gehirnregion Amygdala. Forscher der Universität von Illinois in Chicago untersuchten bei Mäusen bestimmte Nervenbahnen, die zu diesem Hirnareal führen. Besonders analysierten die Mediziner zwei bestimmte Enzyme, die für die Bildung des Hormons Allopregnanolon wichtig sind. Das Hormon ist an der Stressregulierung beteiligt.

Einsame Mäuse
Wurden die Mäuse in Einsamkeit gehalten, sank die Konzentration von einem der beiden Enzyme um die Hälfte. Die daraus resultierende geringere Bildung von Allopregnanolon wirke sich auf die Nervenbahnen aus, die zur Amygdala führen, vermuten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS).

Medikamente gegen Stress
Dies könne erklären, warum Mäuse ohne soziale Kontakte aggressiver und ängstlicher seien als Tiere, die in einer Gruppe leben. "Menschen reagieren auf solche Belastung sehr ähnlich", sagt der Psychiater Alessandro Guidotti. Die Forscher hoffen, durch die Kenntnis des Mechanismus Medikamente zu entwickeln, die solche Folgen von Stress verringern. (APA/red)

23.11.2007 14:47