"Tirol muss wieder Kneissl-Land werden":
Gebauer will Kneissl in Höhenflüge bringen
- Mit neuer Schiene bis 2009 wieder in Gewinnzone?
- FORMAT: Die ehrgeizigen Pläne des Geschäftsführers

·Die Skibranche hofft auf fleißige Frau Holle
FORMAT: Schneemangel 06/07 brachte minus 20%
·20 Prozent Rückgang
bei verkauften Skiern
FORMAT: Grafik zu heimischer Skibranche
"Man kann uns lieben oder nicht, dazwischen gibt es nichts. Kneissl wird keine Massenprodukte erzeugen, sondern nur noch hochwertige Ski mit Designanspruch für Individualisten. Und die werden zugegebenermaßen nicht billig sein", zeigt Andreas Gebauer, Geschäftsführer von Kneissl Ski, auf, in welche Richtung die in Kufstein ansässige Skifirma nach einer Sanierungsphase fahren soll.
Gebauer, der durch den spektakulären Großbrand bei Tiroler Loden im Jahr 2001 negative Schlagzeilen erhielt, hat seit seiner im Jänner erfolgten Bestellung als Geschäftsführer bei Kneissl den einstigen Paradebetrieb genau unter die Lupe genommen. Die Sanierung scheint offenbar gute Chancen zu haben: Gebauer hat in einem Jahr den 2006 verzeichneten Ver-lust von fünf Millionen Euro bei einem 2007 erzielten Umsatz von drei Millionen auf 1,6 Millionen gedrittelt. 2008 sollen weitere Restrukturierungen greifen und der Umsatz verdoppelt werden. 2009 schließlich soll der Kufsteiner Skiproduzent (zu 76 Prozent im Besitz des Tiroler Unternehmers Fritz Unterberger und zu 24 Prozent seines Kollegen Anton Pletzer) wieder schwarze Zahlen schreiben.
"Tirol muss wieder Kneissl-Land werden", so Gebauers programmatische Ansage. Kernbereich bei Kneissl bleiben die Ski. Von den geplanten 50.000 verkauften Paaren sollen pro Jahr mittelfristig 20 Prozent in Tirol abgesetzt werden. Weitere Kernmärkte seien die Schweiz, Südtirol, Bayern, Frankreich, Italien, Skandinavien, aber auch fernere Länder wie Russland, Kasachstan, Usbekistan, Indien oder die Mongolei. Der Geschäftsführer über seine Produktphilosophie: "Kneissl ist kein Massenprodukt. Dem McDonald's-Prinzip und den Supermarktketten erteilen wir eine klare Absage beim Vertrieb. Wir machen nur noch Sandwich-Titanal-Konstruktionen mit Holzkern und verzichten auf billige Polyurethan-Produkte. Große Ketten haben aus dem Ski ein Wegwerfprodukt gemacht, dem wollen wir entgegenwirken. Kneissl ist ein Stück Lebensphilosophie, unseren Ski soll man auch mehrere Jahre fahren." So ein Stück Lebensphilosophie hat auch seinen Preis: Im Alpinbereich kostet das Paar zwischen 449 und 899 Euro.
Kneissls künftige Vertriebspartner sind dementsprechend nicht mehr Giga-Sport oder Hervis, sondern "hochwertige Fachhändler". Und wie will Gebauer dann Umsatz steigern und Gewinne maximieren, wenn nicht über die Masse? "Wir setzen nach wie vor auf unsere Tennis-Rackets, davon setzen wir 100.000 im Jahr ab, und bauen auf zusätzliches Wachstum durch neue Produkte. So werden wir in der Wintersaison 2008/09 etwa in die Produktion von Skibekleidung einsteigen."
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