Wirtschaftsflaute in USA: Privater Konsum sinkt weiter und Angst vor Rezession steigt
- FORMAT: Schwacher $ kurbelt zum Glück Exporte an
- Rezession global gesehen jedoch nicht so schlimm
·INFO-GRAFIK: US-
Konsum auf Kredit
Die Immobilienkredite und der Preisverfall
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Putin, Ahmadinejad und Chávez größte Profiteure
Niemand will es aussprechen, aber hinter vorgehaltener Hand reden derzeit viele in den USA von Rezession. Bei einem Wirtschaftswachstum von 5 Prozent und einem Exportwachstum von 16 Prozent im dritten Quartal scheint das zwar übertrieben, hat aber einen guten Grund: Erstmals seit 20 Jahren stottert der Motor der US-Konjunktur, der private Konsum geht zurück. Genug für eine Rezession? Einiges spricht dafür.
Obwohl die Bautätigkeit schon seit Mitte 2006 zurückgeht, war davon bisher nur der Bausektor selbst betroffen. Doch nun erreicht die platzende Immobilienblase die breite Bevölkerung: 2008 werden, schätzt Morgan Stanley, so wenige Häuser gebaut werden wie zuletzt in den 50er-Jahren - mit allen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Schlimmer noch: Seit dem Platzen der Kreditblase im Sommer sind die Immobilienpreise in freiem Fall, was jeden einzelnen Haushalt betrifft.
Engpass bei Krediten als Bremsverstärker
Als Bremsverstärker wirkt der Engpass bei Krediten. Allein zwischen 2004 und 2006 vergaben Banken 1,3 Billionen Dollar an schlecht besicherten Krediten (Subprime) und verkauften sie als Finanzinstrumente weiter. Im Sommer platzte die Blase, und die Auswirkungen sind noch lange nicht ausgestanden: Die Deutsche Bank schätzt die Verluste für Banken auf 400 Milliarden Dollar. Nach einem Jahrzehnt der Geldschwemme verleihen diese nur noch widerwillig Kredite. Ein Viertel der US-Banken hat im Herbst die Bedingungen für Konsumkredite verschärft.
Faktor 3: Privater Ölschock
Der dritte Faktor ist der private Ölschock. Seit Mitte August sind die Benzinpreise um satte 33 Prozent gestiegen - und das trifft im Autoland USA jeden einzelnen Haushalt. Goldman Sachs hat die Auswirkungen errechnet: Jeder Cent mehr an der Zapfsäule reduziert die Konsumausgaben um 600 Millionen Dollar.
Schwacher Dollar kurbelt Exporte an
Gerettet werden die Vereinigten Staaten derzeit paradoxerweise von einer Schwäche: Der fallende Dollar kurbelt die Exporte dermaßen an, dass die Wirtschaft trotzdem wächst. Aber wie lange? Denn für Investitionen in den USA selbst ist der schwache Greenback schlecht: Seit Finanzmagnaten wie Warren Buffett Geld abziehen, Supermodels wie Gisele Bündchen lieber in Euro bezahlt werden wollen und die chinesische Führung laut über eine Umschichtung der Devisenreserven nachdenkt, schwindet das Vertrauen in die USA global.
Rezession global gesehen nicht so schlimm
Sollten die USA tatsächlich in die Rezession rutschen, ist das allerdings erstmals - global gesehen - nicht so schlimm: Die Wachstumsmaschinen stehen derzeit in China, Indien und anderen Entwicklungsländern. Für die USA selbst ist die Lage aber selbst dann bedenklich, wenn das Land der Rezession rein technisch entgeht: Denn der Druck auf die Konsumenten ist bereits eine Tatsache. Und Amerikaner, die nicht shoppen können, sind in einem Wahljahr besonders unzufrieden.
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