Wiener Börse wirft MEL aus Prime Market:
Meinl European Land nicht im Top-Segment
- Soll "Interessen der Marktteilnehmer verletzt" haben
- Kündigung für Unternehmen "nicht nachvollziehbar"
·MEL von Finanz- marktaufsicht bestraft
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·"profil": MEL steht vor radikalem Umbau
Unternehmensstruktur soll zerschlagen werden
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Neuer Paukenschlag in der Affäre um Meinl European Land (MEL): Die Wiener Börse wirft das Unternehmen aus dem Prime Market, wo die Zertifikate der MEL seit 20. August 2007 gehandelt werden. Die in Wien börsenotierte und auf der Kanalinsel Jersey ansässige Gesellschaft muss das Top-Segment der Wiener Börse per 21. Dezember 2007 verlassen und wird ab 27. Dezember 2007 im "standard continuous market" gehandelt.
"MEL hat nach Ansicht der Wiener Börse durch unzureichende Information Interessen des Prime Markets und dessen Teilnehmer verletzt", so die Wiener Börse. Eine Wiederaufnahme der MEL in den Prime Market zu einem späteren Zeitpunkt sei nicht ausgeschlossen. Das Unternehmen kritisierte die Kündigung als "unverständlich" und "nicht nachvollziehbar".
Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hatte vor einigen Tagen gegen den Vorstand der MEL Geldstrafen wegen Irreführung der Marktteilnehmer verhängt, die MEL will die Bescheide mit Rechtsmitteln bekämpfen. In einer Aussendung hatte das Unternehmen erklärt, "die von der FMA beaufsichtigte Wiener Börse soll an der Irreführung mitgewirkt haben". Die FMA hatte diese Angaben dementiert, die Wiener Börse wies den Vorwurf entschieden zurück.
"Geordneter Rückzug"
Um MEL einen "geordneten Rückzug" aus dem Prime Market zu ermöglichen, erfolgt die Umreihung in das Marktsegment "standard market continuous" zum Ablauf des folgenden letzten Handelstages im Handel mit Optionen und Finanzterminkontrakten, das ist der 21. Dezember 2007. Mit diesem Zeitpunkt scheidet die MEL auch aus dem ATX-Prime. Die Notierung der MEL im amtlichen Handel ist davon nicht betroffen, erläuterte die Wiener Börse.
Die Kündigung des MEL-Vertrages ist der erste derartige Fall für den Wiener Finanzplatz: Bisher musste noch nie ein Unternehmen den Prime Market auf diese Art verlassen. Die MEL will nun "konstruktive Gespräche" mit der Wiener Börse führen. Bei der Kündigung handle es sich aus Sicht der MEL um eine "temporäre Maßnahme". "Wir sind überzeugt, dass die MEL letzten Endes im Prime Market weiter notiert sein wird", versicherte Langsner.
21. 12. letzter Handelstag
Der Prime Market ist ein Marktsegment der Wiener Börse, in das Papiere von Gesellschaften aufgenommen werden, welche sich über die gesetzlichen Bestimmungen des Börsegesetzes hinausgehend zur Einhaltung erhöhter Transparenz-, Qualitäts- und Publizitätskriterien verpflichten. Die MEL-Zertifikate notieren seit 20. August 2007 im Prime Market. Der 21. Dezember 2007 wird nun der letzte Handelstag für das MEL-Papier in dem Top-Börsensegment.
Rechtliche Schritte gegen Julius Meinl persönlich?
Rechtsanwalt Dieter Böhmdorfer hat in mehreren Zeitungen ("WirtschaftsBlatt", "Die Presse", "Der Standard") rechtliche Schritte in der Causa Meinl European Land gegen Julius Meinl persönlich angekündigt. Demnach prüfe er eine Strafanzeige gegen Julius Meinl V. und den Vorstand der Meinl Bank. Der Sprecher von Meinl Bank und Meinl European Land (MEL), Herbert Langsner, hat auf Anfrage der APA die Vorwürfe zurückgewiesen. Die angedrohten Strafanzeigen bezeichnete er als "Marketing-Maßnahme" des Anwalts.
(APA/red)

