Donnerstag, 29. November 2007

NEWS sprach mit Neo-Immo-Star Benko: Millionär hat BAWAG-Paket in der Tasche

  • Wie sich der 30-Jährige in der Branche hochkämpfte
  • Benko sicherte sich 14 Prunkobjekte im ersten Bezirk

Mit dem BAWAG-Deal hat sich der erst 30-jährige René Benko endgültig bei den Big Playern des knallharten Business etabliert. Im Poker um das fast 500 Millionen Euro schwere Immobilienpaket der BAWAG, die unter dem Codenamen "Imperial" 14 Prunkobjekte in bester Innenstadtlage zum Kauf angeboten hat, konnte Benko mit seiner Signa Holding zahlreiche prominente Mitbieter ausstechen. Zuletzt hatte der junge Tiroler die besten Karten in der Hand, um den Jackpot zu knacken.

Egal wie der Verkauf, der noch bis Jahresende abgeschlossen sein soll, aussehen wird: Benko zählt ab sofort zu den ganz Großen der Branche. Mit 20 Jahren landete Benko seinen ersten Coup mit dem Gesundheitszentrum Lanserhof. Das verdiente Geld steckte er gleich ins nächste Immobilienprojekt, ein Ärztezentrum in Baden. Dabei lernte er Karl Kovarik kennen. Dieser, durch das Erbe und den Verkauf der Stroh-Tankstellenkette zu einem Vermögen gekommen, investierte in Benko und blieb bis heute dessen Partner in der Signa Holding.

Mehr als eine Milliarde Euro Investitionen
Mit viel Geschick und Gespür für das Immobiliengeschäft, wie seine Partner ihm respektvoll attestieren, hat es Benko in den vergangenen Jahren zu einem stattlichen Vermögen gebracht. Gibt Benko das investierte Volumen für 2006 noch mit über einer halben Milliarde Euro an, wird er heuer bereits die Milliardengrenze überschreiten. Zu den bestehenden Büros in Innsbruck, Wien und Düsseldorf kommt Anfang 2008 noch eine Münchner Filiale hinzu.

Perfekter Netzwerker
Ein Börsengang kommt für Benko nicht infrage, wie er im NEWS-Interview erklärt. "Meine Philosophie ist es, ein Familienunternehmen aufzubauen, das einmal auf eine Tradition wird zurückblicken können", meint er selbstbewusst. Erfahrung, die er noch nicht hat, bringt er durch Experten in seine Gruppe. In Sachen Netzwerken wird ihm ein untrüglicher Instinkt bescheinigt. Im Aufsichtsrat seiner Gesellschaften ist der frühere Bank-Austria-Boss Karl Samstag ebenso vertreten wie Immobilienprofi Alexander Neuhuber. Der frühere Innenminister Ernst Strasser zählt zu seinen Beratern.

Lukratives BAWAG-Paket
Erfolgreiche Investments in Dresden, Berlin, Mailand und Prag sorgen für üppige Renditen, die er mit institutionellen sowie privaten Fondsanlegern teilt. Zu seinen Prestigeprojekten gehört das Kaufhaus Tyrol im Herzen von Innsbruck. Auch wenn es ihn geschäftlich künftig verstärkt gen Osten zieht, bleibt Benko der Heimat treu. "Im eigenen Land sind die Marktkenntnisse gegeben, die Rechtssicherheit hoch und das Netzwerk aufgestellt", bekennt sich der junge Immo-Tycoon als "Österreich-Fan".

BAWAG-Altlasten
Aus diesem Grund sieht er auch das BAWAG-Paket als "gute Gelegenheit". Die Entwicklungsmöglichkeiten sind groß. Allein die beiden Prestigeobjekte Tuchlauben 3-7 (BAWAG-Zentrale) und Fleischmarkt 1-5 (BAWAG-Büros) werden von der Bank geräumt und bieten viel Fantasie. Da stören selbst die "Altlasten" wenig: Denn die prominenten Penthouse-Bewohner Ex-BAWAG-Boss Helmut Elsner, der frühere ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch und BAWAG-Altgeneral Walter Flöttl sind in dem Paket "inkludiert".

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29.11.2007 09:46