"Überzogene" Forderung der Beamten: Ruf nach Lohnerhöhung von Molterer abgeblockt
- Bures fehlt in Verhandlungen "jeder soziale Ansatz"
- GÖD fordert nun Gegenangebot von Regierungsseite
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Finanzminister Molterer findet die Forderung der Beamten nach einer vierprozentigen Lohnerhöhung "überzogen". "Ich sage dazu das gleiche wie Frau Bures und Herr Lopatka: Das ist überzogen", so Molterer. Beamtenministerin Bures empfahl der Gewerkschaft öffentlicher Dienst, ihre Forderung zu überdenken. Finanzstaatssekretär Matznetter bezeichnete die 4 Prozent als "ziemliche Provokation".
Matznetter verwies darauf, dass die Lohnsumme der Beamten damit im kommenden Jahr - die in der Regel alle zwei Jahre erfolgenden "Biennalsprünge" eingerechnet - um bis zu 5,2 Prozent steigen würde. Bures meinte, Ansagen, kräftig zulangen zu wollen, seien keine Basis für ernsthafte Verhandlungen: "Drohungen übrigens auch nicht."
Bures fehlt "jeder soziale Ansatz"
Bures stört auch, dass in der Forderung nach einer Erhöhung der Gehälter um generell vier Prozent "jeder soziale Ansatz" fehle. Überdies würde die Erfüllung der Beamtenwünsche Mehrkosten von 406 Millionen bedeuten. Zur Tatsache, dass GÖD-Chef Neugebauer nun mit gewerkschaftlichen Maßnahmen droht, erklärt Bures, dass überhaupt kein Grund zur Aufregung bestehe. Kommenden Mittwoch würden die Verhandlungen fortgesetzt: "Wir werden gemeinsam ein faires und finanzierbares Verhandlungsergebnis erreichen."
GÖD pocht auf Gegenangebot
Die Forderung des öffentlichen Dienstes nach einer Erhöhung der Gehälter um vier Prozent liegt teils deutlich über den Abschlüssen in den anderen Branchen in diesem Herbst. Die Metaller kamen auf 3,6 Prozent, das Metallgewerbe auf 3,5, der Handel schloss mit 3,1 Prozent plus ab und die Arbeiter in der Brauindustrie mit 3,0 Prozent. Die Pensionisten mussten sich je nach Pensionshöhe mit einem Zuwachs zwischen 1,7 und 2,9 Prozent bescheiden.
In der GÖD pocht man unterdessen auf ein Gegenangebot der Regierung. Dass dieses nach drei Runden nicht vorliege, sei überhaupt noch nie vorgekommen, glaubt GÖD-Sprecher Hermann Feiner. (APA/red)

