Verbund bei Mellach weiter im Rennen um 500 Mio. Euro-Auftrag - A-Tec ist draußen
- Doch A-TEC ist im Bundesvergabeamt weiter dabei
- Beschuldigt Verbund "klar missbräuchlicher Nutzung"

Im Streit um die Vergabe des Baus eines neuen Gas-Kombikraftwerks im steirischen Mellach ist offenbar eine Vorentscheidung gegen das Konsortium aus Mitsubishi-Konzern und der börsenotierten A-Tec des österreichischen Industriellen Mirko Kovats gefallen. Es geht um einen rund 500 Mio. Euro schweren Auftrag. Der Verbund hat erklärt, dass das Angebot der Mitsubishi Heavy Industries Europe ausgeschieden worden sei. A-Tec dagegen betonte, das Match sei noch nicht entschieden.
Dem Verbund zufolge hat sich "bei der Beweisaufnahme vor dem Bundesvergabeamt herausgestellt, dass Teile des Angebots nicht dem Bundesvergabegesetz 2006 entsprechen und in wesentlichen Punkten von den Ausschreibungsunterlagen abweichen". Das Angebot der Mitsubishi Heavy Industries Europe, sei daraufhin ausgeschieden worden, hieß es von Seiten der Verbund-Austrian Thermal Power (ATP).
Gespräche gehen weiter
Die Gespräche im Bundesvergabeamt sind allerdings weiter gegangen und würden am kommenden Dienstag fortgesetzt, erklärte A-Tec daraufhin. Die Ausscheidensgründe und "diskriminierende Vorgehensweise der ATP" sei "mit einem Bündel von Beweisanträgen der Anwälte von Mitsubishi/A-Tec Industries im laufenden Verfahren aufklärungsrelevant geworden". Die Ausscheidung nach mehr als eineinhalbjährigen Verhandlungen könne "sowohl vergaberechtliche Konsequenzen als auch Regressansprüche in Millionenhöhe seitens des Bieterkonsortiums nach sich ziehen".
A-TEC sieht bei Verbund "klaren Missbrauch"
Die A-Tec sieht in der Vorgehensweise des Verbund "eine klar missbräuchliche Nutzung der Bieter-Ressourcen für einen Scheinwettbewerb". Mit der Angebotsausscheidung schädige "die ATP letztlich auch sich selbst, wenn sie in den Endverhandlungen nur mehr einem einzigen Bieter ausgesetzt ist und sich auch in Zukunft kein seriöser Bieter auf ein solches Vergabeverfahren einlassen wird", erklärte das Kovats-Unternehmen.
Verbund-Generaldirektor Michael Pistauer sagte bei einem Hintergrundgespräch zur neuen Verbund-Mittelfrist-Strategie, er halte einen Baubeginn für das Gaskraftwerk mit 800 MW Leistung für Herbst 2008 für möglich. Es liege ein positiver Umweltbescheid Zweiter Instanz vor - nach 16 Monaten Verfahrensdauer im Umweltsenat und bisher mehr als 30 Monaten Verfahren insgesamt. "Das Vergabeverfahren läuft noch", so Pistauer. Seines Wissens gebe es Mitte Dezember die nächste Verhandlung beim Bundesvergabeamt. (APA/red)

