Verbund will kräftig anwachsen: 6,7 Mrd. an Investionen & Flirt mit EVN sollen helfen
- Verbund-Chef Pistauer wünscht konstante Zuwächse
- Investionsvolumen ist "aus eigener Kraft darstellbar"

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Der börsenotierte Verbund-Stromkonzern will kräftig wachsen und allein in den kommenden acht Jahren Investitionen von zumindest 6,7 Mrd. Euro tätigen, vor allem in neue Kraftwerke. Bis 2015 soll die Erzeugungskapazität im In- und Ausland um weitere 8.000 MW erhöht und damit gut verdoppelt werden. Die Auslandsengagements sollen bis Mitte kommenden Jahres in einer neuen "Verbund International" gebündelt werden, die später auch selbst an die Börse gehen könnte, wie Verbund-Chef Michael Pistauer sagte.
In Österreich ist der Verbund an weiteren Zukäufen bzw. Beteiligungen an Energie-Versorgern interessiert, so etwa auch an dem 36-Prozent-Paket, das die deutsche EnBW an der ebenfalls börsenotierten niederösterreichischen EVN hält. Mit den Deutschen gesprochen habe man darüber aber bisher nicht. Bei einem EVU einsteigen würde man grundsätzlich nur auf freundliche Weise, "also nur, wenn wir erwünscht sind", wie Pistauer betonte. Eine Konsolidierung am heimischen Strommarkt halte er nur über die Kapitalseite für möglich. Frühere Bemühungen wie etwa zur "ÖSL" seien nur für die damalige Zeit einer beginnenden Oligopolisierung in Europa passend gewesen.
Konstantes 10 Prozent-PLus erwartet
Ergebnismäßig würde Pistauer künftig gern ein stetiges Wachstum um jährlich 10 Prozent hinlegen, "operativ auf jeden Fall, wenn möglich auch beim Konzern-Ergebnis", wie der Verbund-Chef bei der Vorstellung der neuen strategischen Schwerpunkte des Unternehmens sagte, die bereits vom Aufsichtsrat abgesegnet sind. Für heuer sind 10 Prozent Plus operativ angepeilt, was etwa 887 Mio. Euro EBIT im Gesamtjahr bedeuten würde, sowie 15 Prozent Zuwachs beim Nettogewinn (etwa 576 Mio. Euro), wie bei den Drittquartalszahlen im Oktober bekräftigt worden war. Im Halbjahr setzte man heuer 1,49 Mrd. Euro um, 2006 insgesamt 2,79 Mrd. Euro.
Wasserkraft ist 6,7 Mrd. schwer
Die gewaltigen Investitionen von zumindest 6,7 Mrd. Euro bis 2015 seien "aus eigener Kraft darstellbar", also weitgehend aus dem starken Cash-Flow finanzierbar, für den die Wasserkraft die Grundlage bleibe, so Pistauer. Allerdings würden neue Investitionen mit einem späteren Rückfluss zunächst das Rating belasten. Für das "A"-Rating, über das der Verbund ebenso wie etwa Enel und EdF verfügt (u.a. RWE, Kelag haben A+, Vattenfall, EnBW ein A-), sei ein ausgewogenes Cash-Flow/Schulden/Risiken-Profil erforderlich. Der operative 9-Monats-Cash-Flow betrug heuer 513 Mio. Euro, nach 384 Mio. Euro im Halbjahr. Die Gearing-Ratio lag per 30.9. bei 87 Prozent nach 83 Prozent Ende Juni. (APA/red)
Investionen in Österreich
Von den insgesamt 6,7 Mrd. Euro Investitionen will der Verbund-Konzern 2,8 Mrd. Euro in Österreich tätigen. 1,1 Mrd. Euro davon sind laut neuem Investitionsplan 2008-2015 für den Stromnetz-Ausbau gedacht, die übrigen 1,7 Mrd. Euro für die Errichtung neuer Kraftwerke mit zusammen 1.850 MW Kapazität, sagte Generaldirektor Michael Pistauer. Der Löwenanteil von 700 Mio. Euro ist für weitere 900 MW Speicherkraft vorgesehen, 550 Mio. Euro für Gaskraftwerke - Stichwort Mellach - und 450 Mio. Euro für 150 MW Laufkraftwerk, wobei es sich hier jeweils um die Verbund-Leistungsanteile handelt, falls Anlagen in Joint Ventures errichtet werden. Derzeit verfügt der Verbund über 7.000 bis 8.000 MW Erzeugungskapazität. Insgesamt wolle man jetzt in Österreich 1.850 MW neu hinstellen, "eventuell auch mehr".
Errichten wolle man die neuen Kraftwerke aber "nur dort, wo sie auch gesellschaftlich akzeptiert sind", so Pistauer. Deshalb sei auch beispielsweise keine Wasserkraftanlage "unterhalb Wiens" - Stichwort Hainburg - im neuen Investitionsplan enthalten. Wegen des Wachstumskurses mit neuen Bauvorhaben denke man in Österreich an einen Aufbau der Mitarbeiterzahl, derzeit sind es rund 2.400. (APA/red)

