"Habe nicht an Wunder geglaubt": Hiddink und Russland im großen Freudentaumel
- Aufatmen in Schweden und Portugal über EURO-Quali

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In England herrschte nach der "Wembley-Horrorshow" blankes Entsetzen, Erleichterung dagegen in der die Türkei, Schweden und Portugal, die sich so wie Russland die letzten Tickets für die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz geholt haben. In Russland überwog der Dank an Kroatien. Denn die Balkan-Kicker verhalfen Russland mit einem 3:2-Sieg in England zum kaum noch erhofften EM-Ticket. "Ich wusste, wir haben eine kleine Chance, aber ich habe nicht an ein Wunder geglaubt", gestand Trainer Guus Hiddink nach dem 1:0 in Andorra. "Das war russisches Roulette!"
"Danke Kroatien, danke Brüder!", schrieb das Boulevardblatt "Komsomolskaja Prawda" zur "Qualifikation aus heiterem Himmel". Als Held gefeiert wurde Siegtorschütze Dmitri Sytschew, der bei der 1:2-Niederlage in Israel in der Schlussphase beim Stand von 1:1 mit einem Stangenschuss den ersten Matchball vergeben hatte. In Andorra verwertete er ihn. "Vor zwei Tagen habe ich mich richtig Scheiße gefühlt, heute bin ich der glücklichste Mensch der Welt. Es ist ein echtes Wunder geschehen", meinte Sytschew.
Hiddink Vater des Erfolgs
Der Torschütze machte Hiddink als Vater des Erfolges Hiddink aus. "Er ist einfach ein einzigartiger Coach." Das Lob erfolgt nicht zu Unrecht: Nach den Niederlanden (EM 1996/WM 1998), Südkorea (WM 2002) und Australien (WM 2006) führte der niederländische Weltenbummler schon das vierte Land zu einem großen Fußball-Turnier.
Auch Schweden dankte nach dem 2:1-Sieg gegen Lettland der sonst wenig geliebte Nationaltrainer Lars Lagerbäck, der sein Team zum fünften Mal in Serie erfolgreich durch eine WM- oder EM-Qualifikation führte. "Ein wunderbares Gefühl", meinte der wie selten zuvor gefeierte 59-jährige Coach der Schweden, die bei der EM die einzigen Vertreter aus Skandinavien sind. "Schöner geht es einfach nicht", sagte auch Zlatan Ibrahimovic, der sich betont selbstbewusst zeigte. "Wir können jeden schlagen und bis ins Finale kommen", tönte der 26-jährige Stürmer von Inter Mailand. Und das, obwohl Ibrahimovic in der EM-Quali kein einziges Tor geschossen hat und für die Gelb-Blauen schon seit 25 Monaten nicht mehr getroffen hat.
Die Schweden schafften so wie die Türken (1:0 gegen Bosnien-Herzegowina) und die Portugiesen aus eigener Kraft die Qualifikation, Cristiano Ronaldo und Co. ließen die Portugal allerdings zittern. Der EM-Gastgeber von 2004 und Vize-Europameister erzitterte sich zu Hause ein 0:0 gegen Finnland und hatte in der Schlussphase einiges Glück.
Nicht alles eitel Wonne bei Portugal
Die Kritik über die am seidenen Faden hängende Reise in die Alpenregion sorgte bei Luiz Felipe Scolari allerdings für Verärgerung. "Ich tue für Portugal mehr, als ich für Brasilien getan habe. Dennoch erlebe ich immer wieder unangenehme Situationen", fauchte Brasiliens Weltmeister-Coach von 2002. Im Blick nach vorn versprüht der Südamerikaner jedoch reichlich Zuversicht: "Wir haben unser Ziel erreicht und können nun daran glauben, den EM-Titel holen zu können."
(apa/red)
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