Sonntag, 25. November 2007

FIFA-Boss Blatter nach Österreicher-Mord in Südafrika: "Kriminalität existiert überall"

  • Schweizer mit Vergleich zwischen Zürich und Durban
  • Polizeiaufgebot für die WM wird zumindest verdoppelt

FIFA-Präsident Joseph Blatter hat den Mord am ehemaligen österreichischen Profi-Fußballer Peter Burgstaller vor der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die Fußball-WM 2010 in Südafrika nicht mit dem Turnier in Zusammenhang gebracht. Der Schweizer verteidigte die Sicherheitslage in einem der Länder mit der weltweit höchsten Kriminalitätsrate. "Kriminalität existiert überall", sagte Blatter und verglich diesbezüglich sogar Zürich mit Durban, dem Ort des Verbrechens.

"In Zürich ist auch ein 16-jähriges Mädchen getötet worden. Auch dort existiert Kriminalität", erinnerte Blatter, der mehrfache betonte, dass es sich bei Burgstaller nicht um ein offizielles Mitglied der FIFA-Delegation gehandelt habe, sondern um einen österreichischen Touristen. "Dieses Verbrechen ist zu bedauern, so wie jedes Verbrechen zu bedauern ist", sagte Blatter. "In einer Stadt mit 3,5 Millionen Einwohnern gibt es zwangsweise auch Verbrechen", meinte der 71-jährige Schweizer.

Polizeiaufgebot wird massivst aufgestockt
Die Ermordung Burgstallers wirft allerdings neuerlich Fragen über die Sicherheit im Land des WM-Gastgebers von 2010 auf, in dem täglich rund 50 Menschen ermordet werden. Die WM-Organisatoren versuchten im Rahmen der Auslosung mit einer Broschüre zu beruhigen, in der darauf aufmerksam gemacht wird, dass sich "in 80 Prozent der Mordfälle Täter und Opfer kennen". Außerdem werde das Polizeiaufgebot für die WM-Endrunde zumindest verdoppelt.

Der aktuelle Fall dürfte zu den 20 Prozent gehören, bei denen kein Zusammenhang zwischen Täter und Opfer besteht, denn erste Anzeichen deuten auf einen Raubmord hin. Burgstaller war am Freitag auf einem Golfplatz in Durban tot aufgefunden worden. Der 43-Jährige war mit einem Schuss in die Brust getötet worden, seine Hosentaschen nach außen gedreht. Den Höhepunkt seiner Karriere hatte Burgstaller als Torhüter beim SV Salzburg erlebt. Danach gründete der Oberösterreicher eine Eventagentur.

(apa/red)

25.11.2007 15:37