Sonntag, 25. November 2007

Mission Impossible? Schweres Los für
Österreich am Weg zur Fußball-WM 2010

  • Gegen Franzosen, Rumänien, Serbien, Litauen, Färöer
  • Nur Gruppen-Erster fix für die Endrunde qualifiziert

Die österreichische Fußball-Nationalmannschaft hat in der Qualifikation für die WM-Endrunde in Südafrika die erwartet schwere Hürden zu meistern. Das ÖFB-Team trifft in Gruppe 7 der Europa-Zone auf Vizeweltmeister Frankreich, EM-Teilnehmer Rumänien, Serbien, Litauen und Färöer. Das ergab die Auslosung in Durban. Lediglich der Gruppensieger hat sein WM-Ticket sicher. Die acht besten von insgesamt neun Gruppenzweiten spielen im Playoff (Hin- und Rückspiel) um vier weitere Plätze.

"Das wird sicherlich eine schwierige Aufgabe", meinte ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger. "Es kommt aber nicht auf die Gegner an, sondern darauf, wie gut sich unsere eigene Nationalmannschaft in den kommenden Jahren entwickelt." Ob Hickersberger in der WM-Qualifikation nach der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz noch als Teamchef fungiert, ist vorerst offen. Der Vertrag des Niederösterreichers läuft bis Jahresende 2008, die Qualifikation beginnt aber bereits im Spätsommer.

Frankreich klarer Favorit
Der ehemalige französische Nationalspieler Christian Karembeu loste dem ÖFB-Team in Durban ausgerechnet seine Landsleute als Gruppenkopf zu. Im März diesen Jahres hatten sich die Österreicher in einem Testspiel im Stade de France mit 0:1 geschlagen geben müssen. Den einzigen Treffer hatte damals Jungstar Benzema für die Franzosen erzielt. Hickersberger sieht den Weltmeister von 1998 als klaren Favoriten auf den Gruppensieg. "Hinter Frankreich Platz zwei zu erringen, halte ich aber durchaus für möglich."

Zumal Rumänien im Gegensatz zu England, der Türkei oder Schweden nicht zu den ganz großen Kalibern aus dem zweiten Topf zu zählen ist. Dennoch warnte etwa Rapid-Trainer Peter Pacult vor den Südosteuropäern: "Rumänien ist für mich ein Geheimfavorit bei der Europameisterschaft." Die Rumänen könnten ebenso wie Frankreich auch bei der Heim-EM in eine Gruppe mit Österreich gelost werden. Die Auslosung der EURO 2008 geht kommenden Sonntag in Luzern über die Bühne. Österreich ist in Topf 1 gesetzt.

Trauma Färöer-Inseln
Für die WM-Qualifikation war das ÖFB-Team wegen der schlechtesten Weltranglisten-Platzierung der Geschichte (91.) in den fünften Lostopf gerutscht. Daher stand zuerst nur Färöer als Gegner fest. Hickersberger nahm das Los mit einem Schmunzeln. Immerhin hatte eine 0:1-Niederlage gegen die Insel-Gruppe im September 1990 seine erste Teamchef-Ära beendet. "Färöer kenne ich. Ein schönes Los, ich würde mich über ein Wiedersehen freuen", scherzte der Niederösterreicher, der damals seinen Rücktritt eingereicht hatte.

Auf das schwere Los Serbien reagierten Hickersberger und ÖFB-Präsident Friedrich Stickler dagegen mit versteinerten Mienen. Die Serben waren zwar bei der WM-Endrunde 2006 in Deutschland in einer schweren Vorrunden-Gruppe mit Argentinien, den Niederlanden und der Elfenbeinküste gescheitert, hatten die Qualifikation davor aber bei nur einem Gegentor ungeschlagen überstanden. In der abgelaufenen EM-Qualifikation scheiterten die Serben an Polen und Portugal.

Litauen-Informant Narbekovas
Ein relativ unbeschriebenes Blatt ist Litauen. Die Österreicher siegten im bisher einzigen Länderspiel gegen die Balten im April 1992 in Wien mit 4:0. Als Informant dient Hickersberger der ehemalige Austria-Spieler Arminas Narbekovas. Die Terminkonferenz von Gruppe 7 findet in Wien statt. Ein Datum für das Meeting steht allerdings noch nicht fest. Jedenfalls glaubt auch Stickler an die kleine Chance auf das WM-Ticket. "Wir werden alles tun, damit wir 2010 in Südafrika dabei sind", versprach der Lotterien-Boss.


Gruppe 7:
Frankreich
Rumänien
Serbien
Litauen
ÖSTERREICH
Färöer

(apa/red)

25.11.2007 18:35