Was ist bloß mit unserem Wetter los?
Der heurige Winter wird sehr wechselhaft
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in greifbarer Nähe?
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"Nichts geht mehr", hieß es zuletzt auf der Außenringautobahn bei Wien. Schneefälle von über 20 Zentimetern hatten für das größte Schneechaos seit Jahren gesorgt: Lkw ohne Winterreifen hatten sich auf der schneenassen Fahrbahn quergestellt und auf beiden Fahrtrichtungen das Vorankommen von 5.000 Fahrzeugen gestoppt. Die Folge: Tausende Menschen steckten bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt bis zu zwölf Stunden lang in ihren Autos fest. Nicht unterschiedlicher könnte da jenes Bild sein, das sich 365 Tage zuvor bot: Die Menschen saßen bei sommerlichen Temperaturen von bis zu 20 Grad im Freien, um die verlängerte Schanigartensaison zu genießen. Derzeit beschäftigt die Stammtischrunden vor allem eine einzige Frage: Ist die Klimaerwärmung eine Lüge?
Denn während der vergangene Winter mit kaum vorhandenem Schnee für extreme Einbußen im Wintertourismus sorgte, dürfte Frau Holle in der heurigen Saison ihren Dienst nach Vorschrift verrichten. Dass die Wetterschwankungen die Vorboten einer globalen Erwärmung sind, will so mancher immer noch nicht wahrhaben: "Es handelt sich um simple Schwankungen - eine normale Situation. Panik zu machen ist unverantwortlich. Die Hysterie wegen des Klimawandels führte bereits dazu, dass Banken bei der Vergabe von Krediten für Liftanlagen skeptisch sind", ereifert sich Peter Schröcksnadel, Präsident des Österreichischen Skiverbandes.
Betrachtet man die nüchternen Zahlen der Klimaforscher, so lässt sich der Zweckoptimismus des ersten Skimannes im Staate jedoch nur noch schwerlich nachvollziehen: Demnach sind die globalen Temperaturen seit 1850 um 0,5 Grad gestiegen. Bis 2100 prognostizieren Klimatologen sogar einen Temperaturanstieg von bis zu 3,5 Grad. Im Zuge der globalen Erwärmung werden Wetterextreme weiter zunehmen - trockene und milde Winter ebenso wie Schneestürme oder Dürren. Ernest Rudel von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik der Hohen Warte in Wien: "Es ist unbestritten, dass es eine globale Erwärmung gibt - und kein ernst zu nehmender Experte wagt das anzuzweifeln."
Skigebiete müssen umdenken
Österreich mit seinen sensiblen Alpenregionen dürfte diese besonders stark zu spüren bekommen: So ist die langjährige Durchschnittstemperatur in den letzten 120 Jahren um zwei Grad gestiegen. Mit Folgen für den Wintertourismus: "Skifahren wird in Zukunft nicht mit der Sicherheit, die wir bis in die 90er-Jahre hatten, möglich sein. Schneekanonen sind nicht das Allheilmittel: Sie sind nur bis zu einer gewissen Temperatur einsetzbar", so Herbert Formayer von der Universität für Bodenkultur.
Formayer, Mitautor des Buches "Schwarzbuch Klimawandel", erklärt, dass die Skiregionen dringend über Alternativen nachdenken müssen: "Die Schneesicherheit wird auf jeden Fall im Zuge der globalen Erwärmung steigen - auf über 1.500 Meter."
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