Freitag, 23. November 2007

China verpatzt "Kitty Hawk" Thanksgiving:
Hong Kong entgeht Geschäft mit Matrosen

  • US-Flugzeugträger durfte nicht in Hong Kong anlegen
  • Gastronomen und Prostituierte sind sehr enttäuscht

Die geplatzte Thanksgiving-Party der Mannschaft des US-Flugzeugträgers "Kitty Hawk" in Hongkong hat nicht nur den von weit her angereisten Familien der 8.000 amerikanischen Seeleute und Piloten ihr traditionelles Fest verdorben. Auch die Restaurant- und Barbesitzer im berüchtigten Wanchai-Vergnügungsbezirk der einstigen britischen Kronkolonie klagen über das Fernbleiben der Soldaten. Die chinesische Regierung hatte dem Trägerverband aus bisher unbekannten Gründen kurzfristig zunächst verboten anzulegen - und damit fast einen diplomatischen Streit ausgelöst.

"Finanziell wirkt sich dass massiv aus", beschwerte sich etwa Gastwirt Paul Buxton. Zwei Millionen Hongkong-Dollar, umgerechnet rund 172.000 Euro, hätte er verdienen können, wenn die USS "Kitty Hawk" mit ihren Begleitschiffen wie vorgesehen eingelaufen wäre, zitierte ihn die "South China Morning Post".

Auch in der Rot-Licht-Szene und den zahlreichen Tanz-Kneipen hatte man sich vergebens auf ein nettes Geschäft mit den Matrosen eingestellt. "Die thailändischen und philippinischen Mädchen zogen durch die Straßen und waren so sexy und blendend zurechtgemacht wie es nur geht. Aber am Ende waren sie total enttäuscht", sagte ein Bar-Betreiber der Zeitung "Apple Daily".

Keine Familientreffen
Hunderte Familienangehörige waren extra aus den USA nach Hongkong gereist, um mit ihren Liebsten das wichtigste amerikanische Familienfest gemeinsam feiern zu können. Stundenlang kreuzte das Schiff vor der Stadt. Als die Politiker in Peking schließlich doch noch einlenkten, war es zu spät. Die "Kitty Hawk" hatte bereits kehrt gemacht und befand sich auf den Weg zurück in ihren japanischen Heimathafen.

Hinter den Kulissen ging das Rätselraten über die Gründe des Anlege-Verbots weiter. In US-Konsulatskreisen hieß es, nach wie vor habe sich China dazu nicht geäußert. Manch einer spekulierte, dass die Volksrepublik möglicherweise ihrem Ärger über ein Waffengeschäft der USA mit der abtrünnigen Inselrepublik Taiwan oder den kürzlichen Empfang des Dalai Lama, des Exil-Oberhaupts der Tibeter, durch Präsident George W. Bush Luft machen wollte.
(apa/red)

23.11.2007 09:37