Dienstag, 20. November 2007

Türkei droht erneut mit Irak-Offensive:
100.000 Soldaten nach wie vor an Grenze

  • Außenminister Babacan verstärkt Druck auf Bagdad
  • Ankara erhält taktische Unterstützung von den USA

Im Konflikt mit den Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat der türkische Außenminister Ali Babacan erneut mit einem Einmarsch in den Nordirak gedroht. Bagdad müsse mehr tun, als "politischen Willen" zu zeigen, sagte Babacan vor Journalisten in Brüssel. "Wir hatten bereits tausende Verletzte in diesem Kampf", erklärte er nach einem Treffen mit EU-Vertretern. Deshalb werde die Türkei weiterhin die aus dem Nordirak agierenden kurdischen Rebellen bekämpfen.

Zu den Instrumenten der Türkei zählten dabei neben dem politischen Dialog und dem diplomatischen Weg auch militärische Mittel, sagte Babacan. "Wenn es an der Zeit und notwendig ist, werden wir alle Instrumente nutzen, um unseren Kampf gegen die PKK zu Ende zu bringen, und wir erwarten dafür die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft", fügte Babacan hinzu. Das türkische Parlament hatte die Regierung in Ankara im Oktober ermächtigt, Truppen zum Angriff auf Stellungen der PKK in den Nordirak zu entsenden. Seither hat die türkische Armee an der Grenze zum Irak rund 100.000 Soldaten zusammengezogen.

Der irakische Außenminister Hoshiyar Zebari hatte hingegen von einem verringerten Risiko für eine Großoffensive der Türkei gegen PKK-Kämpfer im Nordirak gesprochen. Ankara habe sich "weise zurückgehalten", um die Lage im Irak nicht zu destabilisieren, sagte Zebari am Rande eines Treffens mit EU-Vertretern in Brüssel. In Ankara berieten unterdessen hochrangige Militärs aus den USA und der Türkei über mögliche Maßnahmen gegen die PKK-Rebellen, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi meldete. (apa/red)

20.11.2007 21:58