Ukrainische Trauer nach Grubenunglück:
100 Tote nach Explosion in Kohlebergwerk
- Sasjadko-Grube zählt zu gefährlichsten in der Ukraine
- Mangelhafte Sicherheitsmaßnahmen laut Angehörigen

Mit einer eintägigen Staatstrauer hat die Ukraine der wahrscheinlich 100 getöteten Kumpel beim schwersten Grubenunglück in der Geschichte des Landes gedacht. Zwei Tage nach der Gasexplosion im ostukrainischen Kohlerrevier Donezk waren 90 Leichen geborgen. Für zehn vermisste Arbeiter der Schachtanlage Sassjadko gab es keine Hoffnung mehr, wie der ukrainische Zivilschutz mitteilte.
Mehr als 30 verletzte Kumpel der Zeche wurden weiter in Krankenhäusern behandelt. Die meisten der getöteten Bergleute wurden auf verschiedenen Friedhöfen in dem Kohlerevier beigesetzt. Die Familien und Kollegen gaben der Grubenleitung die Schuld an dem Unglück. In der Schachtanlage Sassjadko seien die einfachsten Sicherheitsregeln missachtet worden. Dagegen sagte der Ehrenvorsitzende der Aktiengesellschaft, Efim Swjagilski, das Unternehmen habe viel Geld in den vergangenen Jahren in die Sicherheit der Anlage investiert.
Das Bergwerk Sassjadko zählt zu den größten und wegen der hohen Grubengaskonzentration unter Tage auch zu den gefährlichsten Anlagen in der Ukraine. Die Brandherde in der betroffenen Mine sind teilweise immer noch nicht gelöscht. Die ukrainische Bergbaubehörde forderte die Betreiber anderer Bergwerke im Land auf, die Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern. In zwei Dritteln der rund 200 Schachtanlagen gilt die Gefahr einer Methangasexplosion als besonders hoch.
In der Mine soll bei Bohrungen zur Vorbereitung von Sprengungen ein Funke das hochexplosive Grubengas in mehr als 1.000 Metern Tiefe entzündet haben. Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich 457 Bergleute unter Tage auf. Mehr als 350 Arbeiter wurden nach Angaben des Zivilschutzes gerettet. (apa/red)
