Hilfe erreicht nun auch entlegene Gebiete:
Konvois in Bangladesch mit gutem Zugang
- Behörden gehen von mindestens 3.447 Opfern aus
- Eine Sturm-Warnung wurde nicht ernst genommen
·Hilfe aus Österreich für Bangladesch
Preindl: Sauberes Trink-
wasser dringend benötigt
·Bis zu 10.000 Zyklon- Tote in Bangladesch?
Einzigartige Mangroven- Wälder für immer zerstört
·"Betroffen sind vor allem die Ärmsten"
Über 2.000 Tote nach Zyklon in Bangladesch
·BILDER: Tropensturm "Sidr" in Bangladesch
Zyklon lässt Spur der Verwüstung zurück
·Wirbelstürme: Taifun,
Zyklon und Hurrikan
Bezeichnung variiert nach
Ort, an dem sie auftreten

Fünf Tage nach dem verheerenden Tropensturm "Sidr" sind Helfer erstmals auch in entlegenere Gebiete im Süden von Bangladesch vorgedrungen, um Betroffene mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. Die von hunderten umgestürzten Bäumen blockierten Straßen waren am Dienstag weitgehend geräumt, so dass Hilfskonvois sie passieren konnten.
"Der Zugang wird jeden Tag besser", sagte der Vertreter des Welternährungsprogramms (WFP) in Bangladesch, Douglas Casson Coutts. Der Chef der Übergangsregierung in Bangladesch, Fakhruddin Ahmed, sprach angesichts von rund 3.500 Todesopfern von einer "nationalen Krise". Insgesamt seien vier Millionen Menschen betroffen.
"Zerstörung unvorstellbar"
"Die Zerstörung von Häusern, Straßen, Bäume und Kulturgütern durch den Zyklon ist unvorstellbar", sagte Ahmed in einer Fernsehansprache. Der Zyklon mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Stundenkilometern und einer sechs Meter hohen Flutwelle hatte am Donnerstag mindestens 3447 Menschen getötet. Allerdings lagen aus vielen Gebieten noch keine Angaben über das Ausmaß der Zerstörungen vor. Der Rote Halbmond geht deshalb von 5.000 bis 10.000 Opfern aus. Darüber hinaus bedrohen nun auch Krankheiten die überlebenden Sturm-Opfer, da weiterhin Leichen und Tierkadaver das Wasser verseuchen.
Sturmwarnung nicht ernstgenommen
Viele der Opfer hatten nach Angaben von Überlebenden und der Behörden eine rechtzeitig ausgegebene Sturm-Warnung nicht ernst genommen und sich nicht in Sicherheit gebracht. "Dieses Mal haben wir den Alarm der Stufe zehn nicht ernst genommen, weil die Regierung diesen Alarm sehr oft ausruft", berichtete der Lehrer Abed Master aus Golshakhali. Seit einem verheerenden Sturm von 1970, bei dem rund eine halbe Millionen Menschen ums Leben kamen, wurden die Notunterkünfte und Frühwarnsysteme in Bangladesch ausgebaut.
Noch lange kein normaler Alltag
Nach Angaben der britischen Hilfsorganisation Oxfam wird es noch Monate dauern, bis die Menschen im Süden von Bangladesch, einer der ärmsten Regionen der Welt, in ihr normales Leben zurückkehren können. "Es gibt einen erheblichen Schaden an der Infrastruktur. Es muss definitiv langfristig angelegte Hilfe geben", sagte Coutts. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden insgesamt 273.000 Häuser und 8.800 Quadratkilometer Ackerland zerstört sowie weitere 650.000 Häuser beschädigt.
Weltweite Spenden für Bangladesh
Die UNO sagte Hilfsleistungen in Höhe von 5,9 Millionen Euro zu. "Dies ist der erste Teil, mehr Hilfe wird folgen, wenn wir die Situation vor Ort beurteilt haben", sagte die Sprecherin des UN-Koordinationsbüros für humanitäre Hilfe (OCHA), Elisabeth Byrs. Die EU-Kommission hatte bereits am Montag ihre Hilfsgelder auf 6,5 Millionen Euro aufgestockt. Saudi-Arabien stellte Hilfen in Höhe von rund 68 Millionen Euro zur Verfügung. (apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Erdbeben in Italien13:28
Österreich spürte BebenÜber 1.000 Menschen meldeten Erdstöße - sogar bis Linz und Wien spürbar
