Donnerstag, 22. November 2007

Unser Asylrecht greift hart durch: Baby erhielt in Vorarlberg Ausweisungsbescheid!

  • Sechs Wochen altes Mädchen aus Kosovo muss raus
  • Behörden beruhigen: Wird nicht alleine abgeschoben

Ein eineinhalb Monate altes Baby hat in Vorarlberg einen Ausweisungsbescheid erhalten. Das Kind einer in Hörbranz (Bezirk Bregenz) wohnenden Familie aus dem Kosovo erhielt wenige Wochen nach seiner Geburt einen negativen Asylbescheid der Behörden, wie Vorarlberger Medien berichteten. Das am 3. Oktober geborene Mädchen werde nicht alleine ausgewiesen, es handle sich um einen Formalakt, beschwichtigten die Behörden.

Der Asylantrag der gesamten Familie sei in erster Instanz abgelehnt worden, jetzt warte die Familie auf die Entscheidung der zweiten Instanz, erklärte Sicherheitsdirektor Elmar Marent laut Medienberichten. Sollte auch diese negativ ausfallen, gelte der Abschiebungsbescheid aber für die ganze Familie. Man habe den Bescheid der Erstinstanz lediglich auf das Neugeborene ausgedehnt, damit alle denselben Status hätten.

Es handle sich dabei um die übliche Vorgehensweise, wurde Martin Fellacher von der Caritas-Flüchtlingshilfe zitiert. Damit werde verhindert, dass das Kind von seinen Angehörigen getrennt werde. Der Rechtsanwalt der kosovarischen Familie sah darin laut Medienberichten jedoch einen "Willkürakt der Behörden", um Druck auf die fünfköpfige Familie auszuüben.

(apa/red)

22.11.2007 09:28