Dienstag, 20. November 2007

Freunde der Zogajs machen weiter mobil:
"Wollen die Familie hier zusammenführen"

  • Haben erschreckende Lebensbedingungen im Kosovo
  • Für eine Wohnung und Arbeit wäre hier schon gesorgt

Bewohner von Frankenburg (Bezirk Vöcklabruck) in Oberösterreich setzen weiter alles daran, die teilweise in den Kosovo abgeschobene Familie Zogaj wieder zu vereinen. "Unser oberstes Ziel ist, sie in Österreich zusammenzuführen", betonte Raimund Koberger, ein Freund und Helfer der Zogajs, in einer Pressekonferenz in Linz. Im Kosovo habe die Familie kein bewohnbares Haus, keine Arbeit und kein Geld.

Der Vater und vier seiner Kinder waren Ende September abgeschoben worden. Die 15-jährige Arigona Zogaj, die tagelang untergetaucht war, und ihre Mutter, sind bei Verwandten in Oberösterreich untergekommen. Die Situation im Kosovo beschrieb Koberger, der vor kurzem von einem Hilfstransport zurückgekehrt ist, als "erschreckend": "Die Zogajs müssen in einem Land leben, wo es nichts gibt." Die Stromversorgung sei immer wieder für Stunden unterbrochen, es gebe kein fließendes Wasser. Der Bruder des Vaters besitze zwar ein bewohnbares Haus, erlaube der Familie aber nicht, dort zu leben, so Koberger.

Keine Zukunft im Kosovo
"Ich sehe für die Familie keine Zukunft im Kosovo", erklärte Andreas Hammertinger, ein anderer Freund. Die Häuser seien nicht beheizt, die Wände nass, der Vater übernachte in einem Stall. "Andi, nimmst du mich mit heim?", habe ihn Arigonas kleiner Bruder gefragt, bevor sie nach Österreich zurückkehrten, berichtete Hammertinger. Die jüngeren Geschwister könnten im Kosovo gar nicht integriert werden, da sie in Oberösterreich aufgewachsen seien und kein Albanisch verstünden. Ihr Schulunterricht finde in einem Gebäude mit schlechter Beleuchtung statt, der Lehrer rauche, die Toiletten seien 600 Meter entfernt, so Koberger.

Er will für die Zogajs weiter kämpfen: "Das Innenministerium weiß, dass wir zu 100 Prozent hinter der Familie stehen." In Oberösterreich hätten sie sofort eine Wohnung und Arbeit, betonte Koberger. Sollten Arigona und ihre Mutter abgeschoben werden, würde er ihnen empfehlen, nicht zu Hause zu sein. "Was hier passiert, bewegt sich nicht mehr auf rechtlichem Boden", erklärte Johanna Gruber vom Verein "Land der Menschen" in Richtung der Behörden.

(apa/red)

20.11.2007 12:15