Mutter eines getöteten UN-Soldaten warnt im NEWS: "Kein Soldat sollte dorthin gehen"
- Israelischer Beschuss tötete ihren Sohn im Libanon
- Forderung: "Die Schuldigen müssen bestraft werden"

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Major Hans Peter Lang ist das bislang letzte Todesopfer einer österreichischen Truppe in einem Auslandseinsatz: Er diente als UN-Soldat bei Khiam im Südlibanon, als er am 25. Juli 2006 durch einen israelischen Granatenbeschuss auf seinem UN-Stützpunkt getötet wurde. Immer wieder hatten er und seine Kollegen in Funksprüchen aus dem Bunker ersucht, das Feuer einzustellen. Vergebens. Im NEWS-Interview spricht nun erstmals die Mutter des toten Soldaten über ihr Leid.
NEWS: Wie haben Sie denn von den tragischen Ereignissen in Khiam erfahren?
Wilma Lang: Uns hat die schreckliche Nachricht über das Fernsehen erreicht. Am Abend habe ich Nachrichten gesehen, und dort wurde über den Beschuss berichtet. Sie haben von der Bombardierung Khiams berichtet und dass ein Österreicher vermisst wird. Das war ein dunkler Tag für unsere Familie. Das kann sich niemand vorstellen. Von offizieller Stelle sind wir erst benachrichtigt worden, als es sicher war, dass der Tote Hans Peter war. Für mich war das eine sehr schwere Zeit, da kurz zuvor mein Mann verstorben ist.
NEWS: Wie beurteilen Sie das Verhalten der israelischen Regierung in diesem Fall?
Lang: Die Entschuldigung der israelischen Regierung ist unzumutbar. Die Rechtfertigung, sie hätten mit falschen Karten operiert, ist für mich nicht glaubwürdig. Soweit ich darüber aufgeklärt wurde, ist bei einer Bombardierung nicht eine Person verantwortlich, sondern es sind vier oder fünf Personen involviert. Es scheint mir einfach nicht glaubwürdig, dass sich alle Personen geirrt haben könnten.
NEWS: Wie soll es nun in der Affäre Khiam weitergehen?
Lang:: Ich fordere Gerechtigkeit für meinen Sohn. Diejenigen, die für die Bombardierung verantwortlich sind, sollten vor ein Gericht gestellt werden. Sie sollten dafür bestraft werden. Das österreichische Außenministerium hat uns in dieser Hinsicht im Stich gelassen. Sie haben uns bei unseren Anliegen nicht unterstützt. Wenn es sich um den Sohn der Außenministerin oder von jemand anderem der Regierung gehandelt hätte, dann wäre man dem vielleicht nachgegangen. Aber für die einfachen Leute hat man sich nicht eingesetzt.
NEWS: Wie standen Sie zu seiner Entscheidung, sich an Auslandseinsätzen zu beteiligen?
Lang: Mein Mann und ich waren immer gegen die Auslandseinsätze von Hans Peter. Wir haben das für zu gefährlich gehalten. Mein Mann war besonders dagegen, da er selbst den Krieg als Soldat miterlebt hatte. Er hatte in Russland gekämpft und wurde dort auch verletzt. Er war dann zu 50 Prozent invalid. Immer wieder hat er zu Hans Peter gesagt, er soll besonders vorsichtig sein. Das hat leider nichts genützt.
NEWS: Jetzt wird von der österreichischen Regierung ein Auslandseinsatz vorbereitet. Was halten Sie davon?
Lang: Das ist wirklich schrecklich. Kein Soldat sollte dorthin gehen! Es ist furchtbar, was dort passiert, doch warum sollte Österreich dorthin Truppen entsenden? Wenn Österreich schon in so einer glücklichen Situation ist, dass wir hier in Frieden leben können, dann sollte man auch unsere Soldaten in Ruhe lassen. Die Verantwortlichen der Politik haben gut reden. Keiner von ihnen oder ihren Verwandten muss in die Krisenregion fahren.
Lesen Sie das komplette Interview im NEWS Nr. 47/07!
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