Montag, 12. November 2007

'Virenschutz muss dem Hacker voraus sein':
Sicherheitsprofi ortet große Änderungen

  • Schnelligkeit als Merkmal erfolgreicher Virenabwehr
  • Russische Anbieter sind zu wenig kundenorientiert

Wechsel des Virenschutzes überlegen die meisten Unternehmen erst, wenn der bestehende Schutz versage. Der Markt ändert sich dramatisch schnell, meint Virenschutzexpertin Kaspersky, und profitiert von der Änderung: Die Fehler anderer Anbieter sind das tägliche Brot ihrer russischen Antivirenfirma.

Während Kaspersky gerade im deutschsprachigen Raum längst zu den ganz Großen der Branche aufgestiegen ist, wird global betrachtet das Geschäft mit Antivirensoftware immer noch von großen Anbietern wie Symantec und McAfee beherrscht.

Dem Hacker stets hintendrein
"Es liegt in der Natur der Sache, dass die Hacker stets einen Schritt voraus sind. Wir müssen Angriffe zuerst erkennen, um davor schützen zu können", erklärt Kaspersky die Arbeit ihres Unternehmens. Besonders problematisch sind Viren, die nur in geringer Zahl im Umlauf sind. Diese werden oft nicht rechtzeitig erkannt, um schnell genug mit Aktualisierungen reagieren zu können. Dabei können Russlands Informatikunternehmen auf ein großes Potenzial an hervorragend ausgebildeten Programmierern zurückgreifen. Einige dieser begabten Kräfte würden sich leider auch für die Gegenseite entscheiden und als Teil krimineller Organisationen Computerviren schreiben.

Falsche Leute an wichtigen Stellen
Die Anfangstage, in denen Kaspersky nur durch Vorauszahlungen ihres größten Kunden überleben konnten, hat das 1997 gegründete Unternehmen nun hinter sich. Natalya Kaspersky ist eine der im Westen erfolgreichsten russischen Geschäftsfrauen. Das Problem vieler russischer Unternehmen sieht sie im fehlenden Geschäftsdenken. "Viele russische Informatikfirmen werden von Ingenieuren geleitet. Das sind Leute, die Produkte erfinden und sie wie kleine Kinder hätscheln, statt an die Kunden zu denken", kritisiert Kaspersky. (pte/red)

Quelle: Pressetext

12.11.2007 12:15