Montag, 12. November 2007

US-Regisseur David Lynch begeistert in Wien: "Ihr habt einen großartigen Kanzler"

  • Symbolische Gründung: 'Invincible Austria University'
  • Brachte Praxis der Transzendentalen Meditation näher

US-Regisseur David Lynch hat gemeinsam mit dem Ayurveda-Mediziner Lothar Krenner symbolisch eine Privatuniversität für Österreich gegründet. Die "Invincible Austria University" verfolge einen "ganzheitlichen Ansatz im Erziehungswesen", das Ziel seien "Gewaltreduktion und Bewusstseinsbildung", erklärte Krenner bei einem Pressegespräch im Wiener Hotel Imperial. Die Uni funktioniere "wie eine normale Universität", bereits am 12. Jänner soll der Betrieb aufgenommen werden. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer habe in der Früh sehr freundlich reagiert, meinte Lynch auf Nachfrage. "Ihr habt einen großartigen Kanzler hier in Österreich."

Ebenso wie mit Nicolas Sarkozy oder Shimon Peres in den vergangenen Wochen traf Lynch in Wien mit Kanzler Gusenbauer zusammen, um sein Projekt vorzustellen. Man habe ihm zugehört und die österreichische Rechtslage in Bezug auf die Gründung von Universitäten erklärt, hießt es aus dem Bundeskanzleramt gegenüber der APA. "David Lynch ist einer der interessantesten Künstler weltweit", eine Wertung hinsichtlich des Projekts habe man jedoch nicht vorgenommen. Nichtsdestotrotz: Lynch, Krenner sowie der Quantenphysiker John Hagelin und der Präsident der Maharishi University of Management in den USA, Bevan Morris, unterschrieben zu Mittag eine "symbolische Gründungsresolution".

Gründung einer Privatuni ist nicht leicht
So einfach ist die Gründung einer Privatuniversität in Österreich aber dann doch nicht. Trägt eine Institution den Namen "Universität" im Titel, muss diese erst vom Akkreditierungsrat bewilligt werden. Auf Nachfrage der APA hieß es dort, dass für die "Invincible Austria University" noch kein Antrag gestellt worden sei. Die Bewilligung eines solchen Antrags dauert aber in etwa ein Jahr. Sollte die Institution ohne Akkreditierung in Betrieb gehen bzw. mit den Namen "Universität" werben, droht eine Verwaltungsstrafe.

Etwaiger Skepsis in Bezug auf die Praxis der Transzendentalen Meditation (TM) und des offensiven Vorgehens zur Verbreitung der bewusstseinsbasierten Technik begegnete Lynch beim Pressegespräch selbstsicher: "Warum sollte ich Mitglied einer Sekte sein wollen? Ich meditiere doch seit mehr als 30 Jahren. Und warum sollte ich eine neue Religion gründen wollen? Es gibt doch schon einen Haufen guter Religionen." Lynch reist mit seinem Team derzeit quer durch Europa, um Werbung zu machen für die "friedensfördernden Universitäten", die den Studenten "Erleuchtung" bringen sollen. Die geplante Privatuni in Österreich werde jedenfalls "volle Unterstützung" erfahren.

Das weltweite Friedensprogramm, dem Lynch sich u.a. mit seiner Foundation verschrieben hat, basiert auf der Ideologie des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi. Die vedische Bewegung ist davon überzeugt, dass sich Frieden nicht mit Gewalt erzwingen, sondern vielmehr durch Meditation und Yogisches Fliegen erzeugen lässt. Da die Wirkung von TM ausstrahle, würden demnach allein 300 meditierende Menschen ausreichen, um Österreich "unbesiegbar" zu machen.

(apa/red)

12.11.2007 15:24

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