Die Steuerstrategien bis zum Jahresende:
Wie die Abgabenlast gesenkt werden kann
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- PLUS: Die neuen Regeln für die Jahre 2007 und 2008

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Vergleich der Renditen von Sparbüchern & Co.
Die Prognosen der Wirtschaftsforscher sind ernüchternd: Heuer wird das Durchschnittseinkommen eines Arbeitnehmers nach Abzug von Inflation und Steuern um 0,0 Prozent steigen. Vom Wirtschaftsaufschwung profitiert nämlich statistisch nur einer - der Finanzminister. Wer nicht bis zur geplanten Steuerreform 2010 warten will, muss selbst aktiv werden. Jeder Euro zusätzlicher Absetzposten spart nämlich heuer noch bis zu 50 Cent Steuern. Wie hoch die Steuerersparnis tatsächlich ausfällt, hängt ganz vom individuellen Steuersatz ab.
Die ersten 10.000 Euro Jahreseinkommen sind steuerfrei. Wichtig: Das steuerliche Einkommen ist der Betrag, der nach Abzug des 13. und 14. Gehalts, der Sozialversicherung und aller Absetzposten übrig bleibt. Für jeden Euro, der darüber hinaus verdient wird, springt der Steuersatz sofort auf 38,3 Prozent.
Jeder Absetzposten sehr wertvoll
Diese weltrekordverdächtige Belastung für kleine Einkommen hat aber auch einen Vorteil: Jeder Absetzposten ist dadurch sehr viel wert. In der Einkommenszone zwischen 10.000 und 25.000 Euro bekommt man für eine beruflich bedingte Quittung über 100 Euro immerhin 38,33 Euro zurück. Spitzenverdiener, die mehr als 51.000 Euro im Jahr zu versteuern und davon 50 Prozent abzuführen haben, sparen mit demselben Beleg sogar 50 Euro.
Die erfreulichste Neuerung betrifft alle Einnahmen-Ausgaben-Rechner: Ab 2007 gilt eine neue Regelung, die die Steuerlast um 10 Prozent senken kann. Das bedeutet in der Praxis, dass für Gewerbetreibende und Freiberufler durch die Hintertür eine Art Urlaubs- und Weihnachts- geld eingeführt wird. Die Hürden, um dieses zu bekommen, sind nicht sehr hoch: Man muss 10 Prozent des Gewinns investieren - oder, noch leichter, im Gegenwert bestimmte Wertpapiere kaufen. Entscheidend dabei ist, die Anschaffungen unbedingt noch heuer zu tätigen.
Für Angestellte mit einem kleinen Nebenjob gilt: Wer bis zu 730 Euro im Jahr dazuverdient, kann diese steuerfrei behalten. Wer allerdings in die Einschleifzone zwischen 730 und 1.460 Euro gerät, verliert diesen ursprünglichen Vorteil durch eine 100-prozentige Steuerprogression wieder vollständig! Weil diese Grenze nach Abzug allfälliger Absetzposten gerechnet ist, sollte man gegebenenfalls noch den Bürobedarf in letzter Minute aufstocken. Notfalls ist auch ein teurer Füllfederhalter besser als eine gleich hohe Zahlung ans Finanzamt, von der man keinerlei Nutzen mehr hat.
Missbrauch bei Schenkungssteuer verhindern
Das wichtigste Steuerthema 2008 wird die Erbschaft- und Schenkungsteuer. Die Erbschaftsteuer läuft zwar Ende Juli 2008 aus, trotzdem kann man das Thema noch nicht ad acta legen. So hat Deutschland als Reaktion das entsprechende Doppelbesteuerungsabkommen gekündigt. Das kann in allen Fällen von grenzüberschreitenden Vermögensübergaben Probleme bringen, mitunter kann die Steuerlast sogar steigen. Das ist zum Beispiel dann möglich, wenn ein in Deutschland lebendes Kind eines Steuer-Österreichers Sparbücher und andere Finanzvermögen erbt.
Die österreichische Schenkungsteuer soll zwar grundsätzlich ab August 2008 mit der Erbschaftsteuer fallen, aber voraussichtlich nicht ganz, um Missbrauch zu verhindern. BDO-Auxilia-Steuerexperte Bruckner: "Es ist im Finanzministerium eine Meldepflicht geplant. Es droht ab August 2008 eine Strafsteuer für nicht gemeldete Schenkungen."
Deutliche Änderungen sind 2008 auch in der Sozialversicherung zu erwarten. So wird es für freie Dienstnehmer ab Jänner zu einer deutlich höheren Beitragsbelastung kommen, was auch Altverträge betrifft. Bisher musste der freie Dienstnehmer insgesamt 13,85 Prozent zahlen, künftig werden es 16,92 Prozent. Beim Auftraggeber steigen die Sozialabgaben sogar um 5,16 Prozent auf 22,61 Prozent. TPA-Horwath-Expertin Plajer: "Ursache ist, dass solche Verträge künftig auch der Arbeitslosenversicherung, der Abfertigung neu und dem Insolvenzausgleichsbeitrag unterliegen."
Bausparprämien werden erhöht
Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Wegen des allgemein gestiegenen Zinsniveaus werden 2008 die Prämien für Bausparen und Zukunftsvorsorge um je einen halben Prozentpunkt erhöht. Der Finanzminister wird es sich leisten können: Beim Bausparen kann man 5 Euro im Jahr mehr kassieren.
Die ganze Story lesen Sie in FORMAT Nr. 46/07!

