Schuldenberg der Krankenkassen wächst: Minus von 355 Mio. für '07 prognostiziert
- Rund 40 Millionen mehr als bei letzter Berechnung
- 2006: Kassen-Defizit belief sich auf 60,9 Mio. Euro

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Die Defizite der Krankenkassen steigen weiter. Laut jüngster Prognose der Sozialversicherungen wird das Minus für das heurige Jahr für die gesamte Krankenversicherung knapp 355 Millionen Euro ausmachen. Das sind um rund 40 Millionen mehr als bei der letzten Prognose im August und um 64 Millionen mehr als bei der Prognose im Februar. Im Vorjahr hatte das Defizit 60,9 Mio. Euro betragen.
Besonders dramatisch ist die Lage der knapp vor der Zahlungsunfähigkeit stehenden Wiener Gebietskrankenkasse. Sie rechnet nun mit einem Minus von 140,6 Mio. Euro, um 34,1 Mio. mehr als noch im Februar oder doppelt so viel wie im Gebarungsergebnis 2006 (Minus 71,3 Mio.).
Niederösterreich
Die Niederösterreicher mussten ihre Prognose von Minus 61 Mio. auf 77 Mio. Euro in die Höhe schrauben. Gemessen an den Einnahmen liegen aber zwei Kassen noch schlechter. Während in Wien das Defizit bei 5,8 Prozent der Einnahmen liegt, sind es in der Steiermark und Kärnten je 6,3 Prozent. Im Minus werden laut der Prognose heuer alle neun Gebietskrankenkassen sein, im Vergleich zum Februar zurückgenommen haben ihre Verlusterwartungen nur die Kassen in Oberösterreich, Burgenland und Kärnten.
Insgesamt ist das Defizit der neun Gebietskrankenkassen mit 405 Mio. Euro höher als jenes der gesamten Krankenversicherung. Das liegt daran, dass die berufsständisch organisierten Kassen weiterhin im Plus sind. Allerdings kommt auch die SVA, die Versicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft, zunehmend unter Druck. Hatten die Selbstständigen im Februar noch mit eine Überschuss von 32,2 Mio. Euro gerechnet, so sind es jetzt nur noch 8,3 Mio. Euro.
(apa/red)

