Freitag, 16. November 2007

Bartenstein begrüßt "EU-MOL-Verfahren":
"'Lex MOL' endlich dort, wo sie hingehört"

  • "Bündelung von OMV und MOL wäre zweckmäßig"
  • Ruttenstorfer bekräftige OMV-Übernahmeinteresse

Österreichs Wirtschaftsminister Martin Bartenstein hat es als "zweckmäßig" bezeichnet, "wenn sich OMV und MOL als sehr starke mitteleuropäische Energieunternehmen bündeln" würden. In einem Interview mit "Bloomberg-TV" sagte Bartenstein, die Frage "Lex MOL" sei durch die von Brüssel diese Woche beschlossene Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen Ungarn nun "dort, wo sie hingehört", nämlich bei der EU-Kommission als Hüterin der Verträge. Die OMV hält bereits 20,2 Prozent an MOL und würde den ungarischen Öl- und Gaskonzern gerne mehrheitlich übernehmen.

Bei der sogenannten "Lex MOL" - einem erst im Vormonat vom Budapester Parlament beschlossenen Gesetz, das eine Übernahme der MOL durch die OMV verhindern soll - gehe es um zwei Aspekte, sagte der Minister: einerseits um die Kapitalverkehrsfreiheit und andererseits um eine Genehmigung des Mergers durch die EU-Kommission. Die Brüsseler Kommission schaue nämlich sehr genau darauf, dass eine einmal genehmigte Fusion nicht durch Dritte verhindert wird, so Bartenstein.

Ruttenstorfer auf "MOL-Kurs"
OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer hatte zuvor bei der Vorlage der Neunmonatszahlen das Interesse an der ungarischen MOL bekräftigt. Zusätzlich zur OMV-Strategie für 2010 sehe man "durch eine Kombination der OMV und MOL eine Chance, mit hohen Synergien Wert für die Aktionäre beider Unternehmen zu schaffen". Im Zuge zahlreicher Gespräche mit Aktionären der MOL habe man zu den OMV-Plänen überwiegend Zustimmung erhalten.

(apa)

16.11.2007 11:52