Händler-Kassen in Skiregionen klingeln: Russen lieben bei uns Skifahren & Shoppen
- Einkäufe brachten vorigen Winter über 50 Mio. Euro
- Heuer bis 30 % mehr Umsatz durch russische Gäste
·Die Skibranche hofft auf fleißige Frau Holle
FORMAT: Schneemangel 06/07 brachte minus 20%
·20 Prozent Rückgang
bei verkauften Skiern
FORMAT: Grafik zu heimischer Skibranche
Österreichs Handel rechnet in der Wintersaison 2007/08 wieder mit kräftigen Gewinnen aus dem Shopping-Tourismus mit Urlaubern aus Nicht-EU-Ländern. Zahlungskräftige Gäste - etwa aus Russland oder der Ukraine - lassen die Händler auch in den Bundesländern jubeln. Sie treiben die Kassenumsätze in den Skigebieten nach oben. Im vergangenen Winter (Oktober bis März) haben russische Touristen 50,4 Mio. Euro für Einkäufe ausgeben, Ukrainer über 13 Mio. Euro. Die Ausgaben allein der Russen sollen heuer wieder um bis zu 30 Prozent steigen.
Zwar liegt Wien beim Einkaufs-Tourismus weit vorne - fast die Hälfte der gesamten Einkäufe von Nicht-EU-Bürgern werden in der Hauptstadt getätigt - aber immerhin 13 Prozent der Ausgaben fürs Shoppen werden bereits in Tirol verbucht. Das westliche Bundesland ist eine der Lieblingsdestinationen der russischen Wintergäste.
188.000 russische Touristen in Österreich
An die 188.000 russische Touristen sollen heuer optimistischen Schätzungen zufolge nach Österreich reisen. Im Vorjahr zählte die Statistik Austria knapp 134.000 Ankünfte. Die Nächtigungszahl von 650.000 in der Wintersaison 2006/07 zeigt die Vorliebe der russischen Urlauber für die kalten Monate. Die Spitzenanreisezeiten sind Dezember und Jänner.
Einkaufen & Skifahren Vergnügen des russischen Geldadels
Einkaufen gehört neben Skifahren zum Vergnügen des russischen Geldadels. Die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben der russischen Gäste in Österreich liegen bei 467 Euro. Diese werden mittlerweile aber von den Gästen aus der Ukraine getoppt. Urlauber aus der Ukraine kaufen im Durchschnitt um 546 Euro in Österreichs Geschäften ein, so die aktuellen Zahlen des Finanzdienstleisters Global Refund bis Ende Oktober. Auch bei ukrainischen Reisenden ist Österreich ein beliebtes Reiseziel. Laut Prognosen sollen im Jahr 2007 die Ankünfte von Besuchern aus dem GUS-Staat um fast 18 Prozent zulegen.
Die Höhe der durchschnittlichen Shopping-Ausgaben der russischen Gäste sinkt hingegen leicht, so Global Refund-Geschäftsführer Gerd Gfrerer im Gespräch mit der APA. Der Grund liege darin, dass immer mehr Russen aus der - im Vergleich immer noch sehr gut betuchten - Mittelschicht sowie Familien ihre Ferien in Österreich verleben und weniger Geld für Einkäufe ausgeben.
Insgesamt hat sich der durchschnittliche Shopping-Einkaufsbetrag pro Kopf von Touristen aus Nicht-EU-Ländern von 300 Euro auf etwa 290 Euro reduziert. Gfrerer rechnet fürs Gesamtjahr mit einem Gesamtvolumen von rund 200 Mio. Euro, die von Urlaubern und Einkaufs-Touristen in die Registrierkassen heimischer Händler fließen werden.
(apa/red)

