Pleite gezielt und mutwillig herbeigeführt: Atomic-Konkurs Fall für Staatsanwaltschaft
- U-Ausschuss-Vorsitzender: BAWAG-Cherfs Schuld
- Amtsmissbrauch, Nötigung und Geschenkannahme
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Der 1994 eröffnete Konkurs über den Altenmarkter Skiproduzenten Atomic wird ein Fall für den Staatsanwalt: Der Vorsitzende des Banken- Untersuchungsausschusses im Parlament, Martin Graf, hat nun eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien eingebracht.
Im Rahmen des Untersuchungsausschusses, der Anfang Sommer beendet worden war, "traten bezüglich des Konkurses der Firma Atomic for Sports Sachverhalte zutage, die auf strafrechtliche Relevanz schließen lassen", heißt es in dem Schreiben Grafs an die Staatsanwaltschaft. Der Konkurs der Firma Atomic for Sports sei durch die Verantwortlichen der BAWAG "gezielt und mutwillig" herbeigeführt worden.
Amtsmissbrauch, Nötigung, Geschenkannahme
An die Staatsanwaltschaft werden Feststellungen übermittelt, welche in dieser Causa aus dem Untersuchungsausschuss abgeleitet werden können. Die Anklagebehörde wird um die Würdigung, ob strafrechtlich relevante Bestimmungen verletzt wurden, ersucht. Graf nennt u.a. die Bestimmungen zu Amtsmissbrauch, Nötigung, verbotene Geschenkannahme und Bestechung. Die Staatsanwaltschaft möge die Verletzung strafrechtlicher Bestimmungen durch Organe der BAWAG bzw. Organe im Insolvenzverfahren prüfen, heißt es in dem Schreiben.
Hohe Quoten für Gläubiger
Im Herbst 1994 war das Insolvenzverfahren gegen Atomic eröffnet und im März 2006 mit einer unüblich hohen Quote für die Gläubiger abgeschlossen worden. Der Firmenkonkurs erbrachte 73,8 Prozent, die beiden Hauptgläubiger BAWAG und Investkredit erhielten zudem weitere 20 Prozent aus dem Zwangsausgleich gegen die Privatperson Alois Rohrmoser. Rohrmosers gesamtes Vermögen wurde verpfändet: die Kleinarler Skilifte, die Forstauer Bergbahnen, zwei Kleinkraftwerke, Schloss Höch in Flachau samt Wald und Jagd, ein Anwesen in Salzburg, Skihütten und Almen sowie Sparbücher.
Fall 52 Mal vor Gericht
Die Hausbank BAWAG, federführend der damalige BAWAG-Vorstand Helmut Elsner, hatte das Paradeunternehmen umgehend um offiziell knapp 124 Mio. Euro an den finnischen Amer-Konzern verkauft. Immer wieder wurden Ungereimtheiten um die Atomic-Pleite behauptet. Insgesamt 52 Mal beschäftigte der Fall alle Gerichtsinstanzen. Vorwürfe gegen die BAWAG, den Masseverwalter und den Konkursrichter wurden stets als haltlos abgewiesen. Da sich alle Richter in Salzburg befangen erklärt hatten, wurde der Strafakt zuletzt in Steyr behandelt.
(apa/red)

