Freitag, 16. November 2007

Schärfere Gangart bei Post-Streit eingelegt:
Gewerkschaftschef lehnt Jobabbau strikt ab

  • "Zwangsversetzungen" von Mitarbeitern in Planung
  • Protestmaßnahmen werden nicht ausgeschlossen

Die ersten Gespräche über einer Mitarbeiterabbau bei der Post haben vorerst keine Annäherung gebracht. Post- Gewerkschaftschef Gerhard Fritz hat Kündigungen in Folge der dramatischen Einbußen im Paket-Bereich neuerlich strikt abgelehnt, ebenso wie eine Versetzung von Mitarbeitern ins Jobcenter der Post.

Unzählige Mitarbeiter im Paket- und Logistik-Bereich sollten in den Brief-Bereich versetzt werden. Sollte es dabei zu Einkommensverlusten kommen, verlangt die Gewerkschaft Entschädigungszahlungen. Außerdem solle das Management Maßnahmen setzen, um mit zusätzlichen Geschäftspaketen den Wechsel der Versandhändler zur Konkurrenz zu kompensieren, verlangte Fritz in einem Gespräch mit der APA. Ein entsprechendes Forderungspaket hat die Belegschaftsvertretung zuvor bereits dem Vorstand übergeben.

Streik?
Sollte es bis Mitte Dezember zu keiner Einigung kommen, schließt der Gewerkschaftschef Protestmaßnahmen nicht aus. "Ob wir Maßnahmen setzen werden und wenn ja welche, wird davon abhängen, welche Flexibilität das Management an den Tag legt", so Fritz. Die ersten Gespräche hätten "in guter Atmosphäre" stattgefunden. Noch sei jedoch "komplett unklar, was das Management tun will". Die Unternehmensführung sei jetzt "gefordert, ihre Vorstellungen auf den Tisch zu legen".

Der Betriebsrat des Paket-Verteilzentrums Linz hatte bereits mit Streik gedroht, nachdem eine Zeitung von Plänen zur Auflösung des Standortes berichtet hatte. Die Post hat das mittlerweile dementiert. Auch Fritz sagte, es sei mittlerweile "klar, dass Linz nicht geschlossen wird".

(apa/red)

16.11.2007 11:25