Italienischer Polizist gab den Fan-Mord zu:
"Todesschuss hat sich beim Laufen gelöst"
- "Ich habe meine Familie und die des Jungen zerstört"
- 400 Hooligans griffen eine Polizeikaserne in Rom an

Nach dem Tod eines Fußball-Fans in Italien hat sich der mutmaßliche Todesschütze zu Wort gemeldet. "Ich habe erst einen Warnschuss in die Luft abgegeben, der zweite Schuss hat sich beim Laufen gelöst", sagte der Polizist der Zeitung "Corriere della Sera". Der Polizist hatte bei Fan-Krawallen auf einer Autobahnraststätte einen 26-jährigen Lazio-Rom-Anhänger tödlich getroffen.
Er habe auf "niemanden gezielt", betonte der Beamte. "Ich bin ruiniert, ich habe zwei Familien zerstört, die des Burschen und meine eigene", sagte der 31-jährige.
Nach dem Tod des Fans kam es rund um mehrere Liga-Spiele in ganz Italien zu teils schweren Ausschreitungen. Die Spiele Inter Mailand gegen Lazio sowie AS Roma gegen Cagliari wurden abgesagt. Das Match Atalanta gegen Milan wurde wegen Krawallen nach wenigen Minuten abgebrochen.
Hooligans greifen Polizeikaserne an
Am Abend griff eine Gruppe von zirka 400 Hooligans in Rom eine Polizeikaserne an. Die Vermummten bewarfen die Einrichtung mit Steinen und Flaschen, ein Bus und mehrere Polizeiautos wurden in Brand gesetzt. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Vandalen ein, bei den Ausschreitungen wurden einige Polizisten verletzt. Zwei Jugendliche wurden festgenommen.
Die Nachricht vom Tod des Lazio-Fans hatte sich wie ein Lauffeuer unter den Tifosi aller Clubs verbreitet. Italienischen Medien zufolge war es auf dem Autobahnrastplatz von Badia al Pino zu einer kleineren Rangelei zwischen den Lazio-Anhängern und Fans von Juventus Turin gekommen, die auf dem Weg zum "Juve"-Auswärtsspiel in Parma waren.
Der Römer ist bereits der zweite Tote, den der italienischen Fußball in diesem Jahr zu beklagen hat. Bei schweren Fan- Ausschreitungen war am 2. Februar ein Polizist in Catania von Randalierern erschlagen worden.
(apa/red)
JETZT WETTEN MIT HAPPYBET!
