'Verbindung zwischen Völkern': Gusenbauer
sieht Südtirol als Bindeglied zu Italien
- 'Südtirol kann sich weiterhin auf Österreich verlassen'
- Meraner Pichler Rolle als SVP-Chef wiedergewählt

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Südtirol trenne heute nicht mehr Österreich von Italien, sondern verbinde beide Völker. Dies hat Bundeskanzler Alfred Gusenbauer bei der 54. Landesversammlung der Südtiroler Volkspartei (SVP) in Meran betont. Die Verankerung der österreichischen Schutzfunktion gegenüber Südtirol in einer neuen Verfassung schloss der Regierungschef nicht aus. Die Funktion selbst stehe "außer Streit", sagte er. Wie dies letztlich formuliert werde, sei eine "innerösterreichische Angelegenheit". SVP-Chef Elmar Pichler Rolle (47) wurde von den Delegierten mit 80 Prozent der Stimmen für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt.
Die Autonomie ermögliche die Bewahrung der Identität der deutsch- und ladinischsprachigen Volksgruppe, die Weiterentwicklung sei noch lange nicht am Ende. "Südtirol kann sich auch weiterhin auf Österreich verlassen", sagte Gusenbauer. Die Autonomie sei ein Beispiel dafür, wie Minderheitenkonflikte in Europa gelöst werden könnten. Sie sei "eine gute Basis" zur Sicherheit der Minderheit, meinte Gusenbauer. Nord-, Süd- und Osttirol seien nach dem österreichischen EU-Beitritt und Schengen so nahe gerückt, wie dies seit 1919 nicht mehr der Fall gewesen sei.
Er unterstrich die Bedeutung einer Sammelpartei über die verschiedenen Parteiströmungen hinweg. Die Geschlossenheit der Südtiroler sei für Wien ein wichtiger Faktor im Eintreten für die Rechte des Landes.
Pichler Rolle erhielt 80,08 Prozent der 1.245 Delegiertenstimmen. Er hatte keinen Gegenkandidaten. In einer auf der Landesversammlung verabschiedeten Resolution wurden unter anderem die Steuerhoheit für das Land und weitere Autonomiekompetenzen gefordert.
Ein klares Bekenntnis zur Südtirol-Autonomie hatte SVP-Obmann Pichler Rolle zuvor abgelegt. 50 Jahre nach dem historischen "Marsch auf Sigmundskron" sei es der "zentrale Auftrag", diese Autonomie zu bewahren und zu gestalten. Ohne die Hilfe von Wien gebe es heute nicht diese Autonomie, betonte der SVP-Chef "und wir könnten uns nicht als selbstbewusste deutsche und ladinische, österreichische Minderheit in Italien präsentieren".
Die Südtiroler seien heute in Europa keine sterbende Volksgruppe, sondern eine wachsende, betonte Landeshauptmann Luis Durnwalder. Der Landeschef erinnerte an die unzähligen Interventionen, die es von Wien für Südtirol gegeben habe. Er erwähnte auch den Einsatz vieler demokratischer Kräfte in Italien, die durch ihr Verständnis dann letztlich für das Umsetzen der Autonomiebestimmungen gesorgt hätten.
(apa/red)
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