Dienstag, 20. November 2007

Kindersoldaten im Kongo freigelassen:
Milizen übergeben 232 Kinder an UNICEF

  • UNICEF versucht Wiedereingliederung in die Familien
  • Kämpfe trieben zuletzt 25.000 Menschen in die Flucht

Rebellenmilizen in der Unruheregion Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben in den vergangenen Tagen 232 Kindersoldaten dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) übergeben. Wie der britische Radiosender BBC berichtete, befinden sich die Kinder in der Obhut von UNICEF und sollen möglichst rasch wieder in ihre Familien eingegliedert werden. Nach UN-Angaben sind weiter hunderte Kinder in der Gewalt bewaffneter Gruppen in Kivu, wo Regierungssoldaten und Aufständische seit Monaten gegeneinander kämpfen. Zuletzt vermehrten sich Berichte, dass zunehmend Kinder als Soldaten und Milizionäre zwangsrekrutiert werden.

Neue schwere Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen in der ostkongolesischen Krisenprovinz hatten zuletzt wieder mindestens 25.000 Menschen in die Flucht getrieben. Die Rebellen werden von dem General Laurent Nkunda angeführt, der Ende August ein Friedensabkommen mit der Regierung in Kinshasa aufgekündigt und aus Spezialbrigaden der Armee Tausende seiner Anhänger abgezogen hatte.

Die 2006 mit internationaler Hilfe durchgeführten ersten freien Wahlen seit der Unabhängigkeit der ehemaligen belgischen Kolonie 1960 galten als entscheidend für den Friedensprozess in dem von Ausbeutung und Krieg zerstörten afrikanischen Land, das jedoch seither nicht zur Ruhe gekommen ist. Seit Jahresbeginn sind bereits mehr als 370.000 Menschen vor den Kämpfen geflohen. Präsident Joseph Kabila hatte die Regierungsgeschäfte 2001 als Nachfolger seines ermordeten Vaters Laurent-Désiré Kabila übernommen, der den Langzeit-Diktator Mobutu Sese-Seko vertrieben hatte. 2003 war ein Friedensabkommen der Bürgerkriegsparteien unterzeichnet worden.
(apa/red)

20.11.2007 08:36