"Spiegel"-Ikone Aust muss Sessel räumen: Redakteure entfachen Medien-Revolution!
- Grandios: Mitarbeitern dürfen ihren Chef feuern
- "Zeit"-Chef di Lorenzo unter Nachfolge-Kandidaten

Der langjährige Chefredakteur des deutschen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", Stefan Aust, muss auf Wunsch der Mitarbeiter seinen Posten Ende 2008 räumen. Der Vertrag von Aust werde nicht verlängert, teilte das Verlagshaus in Hamburg mit. Das hätten die Gesellschafter des Spiegel-Verlags auf Initiative der Mitarbeiter KG einvernehmlich beschlossen.
Über eine Nachfolge werde zu gegebener Zeit informiert, hieß es in der knappen Pressemitteilung. In der Branche werden bereits eifrig Nachfolger gehandelt, darunter "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und der Chef von "Spiegel-Online" Mathias Müller von Blumencron.
Der 61-jährige Aust steht seit 1994 an der Spitze der Redaktion und ist darüber hinaus als Autor zahlreicher Film- und Fernsehdokumentationen bekannt. Seine Karriere begann er 1966 bei der Zeitschrift "Konkret", danach arbeitete er für den Norddeutschen Rundfunk, von Anfang der 70er bis Mitte der 80er Jahre vor allem für das Politmagazin "Panorama". 1988 gründete er das Fernsehformat "Spiegel TV", für das er seit Juli als Herausgeber tätig ist.
Am Spiegel-Verlag sind die Mitarbeiter dank einer Schenkung des verstorbenen Gründers Rudolf Augstein 50-Prozent-Teilhaber. Jeder Mitarbeiter, der drei Jahre beim Spiegel arbeitet, kann sich als stiller Gesellschafter an der Mitarbeiter KG beteiligen und hat damit ein Mitspracherecht. Rund 25 Prozent hält das zum Bertelsmann- Konzern gehörende Verlagshaus Gruner + Jahr, die restlichen Anteile liegen bei der Erbengemeinschaft Augstein. (APA)
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