Neustart nach dem Tsunami: In Banda Aceh
geht jetzt endlich das neue Spital in Betrieb
- Mit 2,7 Mio. bezahlte "Nachbar in Not" fast die Hälfte
- Krankenhaus wurde in nur 18 Monaten aufgebaut
·Stichwort: Tsunami - Berge aus Wasser!
Flutwellen können Höhe von bis zu 30 m erreichen

Als ständige Erinnerung an die Tsunami Katastrophe ragen heute nah am Meer die Ruinen des Meuraxa-Krankenhauses in den Himmel der nordindonesischen Stadt Banda Aceh. Des alten Krankenhauses. Das neue Meuraxa-Hospital steht ganz woanders. 15 Kilometer landeinwärts. Dort ist es vor einem weiteren Tsunami sicher. Sichtlich stolz geht Leila Suriatu, die medizinische Vizedirektorin, durch die beiden eingeschoßigen Gebäude des 94 Betten umfassenden Regionsspitals. "Jetzt haben die bedürftigen Menschen die Chance auf eine bessere medizinische Versorgung", sagt sie zu FORMAT.
Das Meuraxa-Krankenhaus wurde mit Geld aus Österreich und aus Ungarn gebaut. 5,9 Millionen Euro hat es gekostet. Hilfswerk-Geschäftsführerin Heidi Burkhart und Georg Habsburg, Präsident des ungarischen Roten Kreuzes, hatten die gleiche Idee: Mit einem Spital für die Grundversorgung der nicht nur vom zerstörerischen Tsunami getroffenen, sondern auch wegen des jahrzehntelangen Bürgerkrieges rückständigen Provinz wollte man helfen.
Ein Krankenhaus von "Nachbar in Not"
Mit 2,7 Millionen zahlte fast die Hälfte des Projektes "Nachbar in Not". 1,9 Millionen das ungarische Rote Kreuz. Eine halbe Million kam vom Generalunternehmer des Meuraxa-Baus, dem österreichischen Krankenanstalten-Errichter und -Betreiber Vamed. "Wir haben seit Jahren hervorragende Beziehungen mit indonesischen Unternehmen und Behörden und waren von der Katastrophe tief berührt", begründet Vamed-Generaldirektor Ernst Wastler das Engagement seiner Firma.
Weitere Spenden tätigten das Land Niederösterreich, die österreichische Entwicklungsagentur ADA und zahlreiche Unternehmen. Nur 13 Monate lang dauerte die Bauzeit. In einem Land wie diesem ein Rekord. Österreichs Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky sprach denn auch bei der dreistündigen Eröffnungszeremonie von einem "enormen Erfolg".
Selbst der Ramadan konnte Spitalsbau nicht bremsen
Ähnliche mit ausländischen Geldern finanzierte Projekte in der Nachbarschaft sind über den Rohbau noch nicht hinausgekommen. Der Bau des Krankenhauses war alles andere als einfach. Der Bürgermeister von Banda Aceh wies den Spendern ein sumpfiges Reisfeld als Bauplatz zu. In der Regenzeit.
Mit den Tagelöhnern aus der Region kam Vamed-Bauleiter Kornfeld nicht weit. Sie nahmen das schnell verdiente Geld und bauten an ihren eigenen Häusern weiter. Also flog die Baufirma von der Nachbarinsel Java und anderen Teilen Indonesiens geeignete Bauarbeiter in die Provinz Aceh ein. Zu Spitzenzeiten werkten 270 Menschen gleichzeitig an dem Projekt. Selbst der Ramadan, an dem gläubige Muslime wochenlang wenig essen und trinken und daher kaum belastbar sind, konnte das Projekt nicht bremsen.
Langsam kommen die Kranken
Wenn nicht gerade die Eröffnung gefeiert wird, ist es im Meuraxa-Hospital noch ruhig. Der Betrieb läuft jetzt an. Ein paar Kinder wurden zwar schon geboren. Auch in einem der drei OPs wird gerade operiert. Aber die Abläufe müssen sich erst einspielen. "Das Personal wurde auf die optimale Nutzung der Geräte und Einrichtungen eingeschult", sagt Johann Strahlhofer, Geschäftsführer von Vamed Engineering.
Für den nachhaltig werterhaltenden Betrieb müssten jetzt aber die Strukturen im medizinischen, pflegerischen, technischen und administrativen Bereich festgelegt und dann so gelebt werden. Ein Projekt, über das derzeit seine Kollegen Gottfried Koos und Christian Auberger von der Betriebsführungstochter Vamed Management Services Verhandlungen führen. "Jeder Tag, an dem das Krankenhaus nicht richtig genützt wird, schadet der Substanz, insbesondere in den feuchten Tropen", sagt Generaldirektor Wastler.
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