IAEO im Dunkeln: Ursprünglicher Zweck des iranischen Atomprogramms noch unklar
- "Ausreichende", aber nicht "proaktive" Kooperation
- Iran hat Urananreicherung neuerlich ausgeweitet

Die IAEO kann noch immer nicht abschätzen, ob das iranische Atomprogramm von Anfang an rein friedlicher Natur war. Das geht aus dem jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde hervor, der an den Gouverneursrat der Behörde verschickt wurde. Insgesamt bewertet IAEO-Chef ElBaradei die Kooperation Teherans jedoch mit Ausnahmen als ausreichend.
Seit dem letzten Bericht im September hat der Iran allerdings nicht die Forderungen des UNO-Sicherheitsrates erfüllt, die Anreicherung von Uran zu stoppen. Stattdessen wurde die Nuklearanlage in Natanz ausgebaut und ein neuer Typ von Zentrifugen getestet.
Der Iran verfügt nun über rund 3.000 Zentrifugen zur Anreicherung von Uran, berichtet ElBaradei. Allerdings werde die Anlage nur mit einem Bruchteil seiner Kapazität betrieben. Außerdem habe der Iran begonnen, an sogenannten P-2-Zentrifugen mechanische Tests vorzunehmen. Dieser neue Maschinentyp ist in der Lage, Uran wesentlich schneller anzureichern als das vorige Modell. Westliche Staaten befürchten, dass der Iran mit diesen Zentrifugen schneller Material für eine Atombombe herstellen könnte.
Der iranische Präsident Ahmadinejad bezeichnete den IAEO-Bericht als Beweis für den friedlichen Charakter des Teheraner Atomprogramms. "Wir begrüßen den Bericht, der erneut bewiesen hat, dass der Iran stets die Wahrheit über die friedliche Natur seines Atomprogramms gesagt hat", sagte Ahmadinejad. Der neue iranische Atom -Chefunterhändler Jalili sagte, Teheran habe sein Atomprogramm transparent gemacht.
Der Sicherheitsrat der UNO fordert vom Iran, sein Atomprogramm offenzulegen, genauere Inspektionen der IAEO zuzulassen und die Anreicherung von Uran auszusetzen. Die fünf ständigen Mitglieder der Sicherheitsrates sowie Deutschland werden nach Beurteilung des IAEO- Reports darüber entscheiden, ob sie zum dritten Mal Sanktionen verhängen sollen. Außerdem warten sie noch auf einen Bericht von EU- Chefdiplomat Solana.
(apa/red)
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