Donnerstag, 15. November 2007

Was Santa Claus mit Prostituierten am Hut hat: Australiens Weihnachtsmänner verwirrt

  • Santa-Verleih verlangt: Bitte "Hahaha" statt "Hohoho"
  • "Ho" auf Englisch ist Kurzbezeichnung für Prostituierte

Gäbs die Sprachwissenschaft nicht, dann wäre die Vereinigung Australiens Weihnachtsmänner wohl um ein Problem erleichtert: Eine Zeitung hat ihnen Frauenfeindlichkeit unterstellt, Kinderschützer werden um ihr Urteil bemüht. Stein des Anstoßes: Der "Hohoho"-Ruf des rotberockten Kinderfreundes. Doch wer wird ihn noch erkennen, wenn er seine kleine Kundschaft womöglich mit einem "Hahaha" begrüßt?

Der Ruf gehört in den angelsächsischen Ländern zum Weihnachtsmann wie die Kugel zum Christbaum, doch sein traditionelles "Hohoho" gilt in Sydney neuerdings als anrüchig. Die Miet-Weihnachtsmänner einer der größten Spezialfirmen der Stadt seien angewiesen worden, auf den frauenfeindlichen Ruf zu verzichten, berichtete der "Daily Telegraph". Stattdessen sollten sie es lieber mit einem unverfänglichen "Hahaha" versuchen, da "ho" auf Englisch auch eine Kurzbezeichnung für Prostituierte sei.

Ein verstimmter "Santa" berichtete der Zeitung, er habe diese Anweisung von der Firma Westaff bekommen. "Das ist ja wohl nicht wahr", staunte Julie Gale, die eine Kampagne gegen zu frühe Konfrontation von Kindern mit Sexualität anführt.

Unschuldige Kleinen?
"Wir reden hier über kleine Kinder, die ja wohl nicht wissen, dass 'Hohoho' noch irgendetwas anderes bedeuten kann - und das auch nicht wissen sollten", sagte Gale von der Gruppe "Kids Free 2B Kids" (etwa: Lasst Kinder Kinder sein) der Zeitung. "Lasst den Weihnachtsmann in Ruhe."

Ein Sprecher von Westaff sagte, die Angaben seien "irreführend". Die endgültige Entscheidung zwischen Ho und Ha sei dem Weihnachtsmann selbst überlassen. (apa/red)

15.11.2007 14:47