USA & Schweden wollen Verhandlungsende: Kosovo-Thematik soll abgeschlossen werden
- Frist für Einigung läuft noch bis zum 10. Dezember
- Kosovo lässt nicht vom Unabhängigkeits-Gedanken
Gut drei Wochen vor dem Ende der Frist für ein Kosovo-Abkommen hat der schwedische Außenminister Carl Bildt alle Beteiligten aufgerufen, doch noch zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen. Wenn die Verhandlungen bis zum 10. Dezember erfolglos bleiben, will die Führung der albanischstämmigen Bevölkerung im Kosovo einseitig die Unabhängigkeit ausrufen. "Wir brauchen keinen großen Crash, sondern eine weiche Landung", sagte Bildt nach Gesprächen mit US-Außenministerin Condoleezza Rice in Washington. Daher müssten die USA und Europa jetzt noch einmal einen Anlauf für eine multilaterale Vereinbarung unternehmen, forderte der frühere Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für den Balkan.
Der Kosovo-Unterhändler der EU, Wolfgang Ischinger, hielt sich am Mittwoch ebenfalls in Washington auf und kam mit dem US-Unterhändler Frank Wisner sowie dem Staatssekretär im Außenministerium, Nicholas Burns, zusammen. Anschließend sagte Burns der Nachrichtenagentur AP, Ischinger und Wisner hätten ihm von mangelnden Fortschritten bei den Gesprächen zwischen der Kosovo-Führung und der serbischen Regierung berichtet. "Wenn es keine Vereinbarung gibt, werden wir nach dem 10. Dezember die nötigen Schlussfolgerungen ziehen", sagt Burns. "Ich denke es ist klar, dass wir uns in den nächsten Monaten auf eine Übergangsphase zubewegen."
Kosovo verlangt nach Unabhängigkeit
Die völkerrechtlich zu Serbien gehörende Provinz steht seit dem Kosovo-Krieg der NATO von 1999 unter internationaler Verwaltung. Die NATO stoppte mit ihrer Intervention eine serbische Offensive gegen die UCK der Kosovo-Albaner, die für einen eigenen Staat kämpfte. Serbien hat im vergangenen Jahr eine neue Verfassung beschlossen, die das Kosovo zum festen Bestandteil der Republik erklärt. Im Februar dieses Jahres legte der UN-Sondergesandte Martti Ahtisaari einen inzwischen gescheiterten Plan für den künftigen Status des Kosovos vor. Danach sollte das Kosovo eine Selbstverwaltung mit einer eigenen Verfassung erhalten, die international überwacht wird. (APA/red)
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