Ahmadinejad zeigt sich unnachgiebig:
Urananreicherung wird weiterhin fortgeführt
- UN-Gremium befürchtet Atomwaffen-Missbrauch
- Bericht soll über weitere Sanktionen entscheiden
·Drohen dem Iran weitere Sanktionen?
Atomkonflikt: Plan für dritte UN-Resolution
·Rücktritt: Iranischer Atom-Unterhändler
PLUS: Ahmadinejad mit
"wilden Drohgebärden"
·'Wilde Drohgebärden'
von Ahmadinejad
Im Angriffsfall: Droht mit
massivem Gegenschlag
·Iran-Konflikt: Bush warnt vor 3. Weltkrieg
PLUS: US-Präsident legt sich mit Iran & China an

Unmittelbar vor Abschluss eines neuen Iran-Berichts der Wiener Atombehörde IAEA (IAEO) zeigt sich der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad unnachgiebig. Allen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates zum Trotz bekräftigte der Politiker, sein Land werde die Urananreicherung in der Atomanlage von Natans "im industriellen Maßstab fortsetzen".
Mit Spannung erwarten Diplomaten bei den UN in Wien inzwischen den Iran-Bericht von IAEA-Chef Mohammed ElBaradei. Er wird möglicherweise in den nächsten Tagen an die Mitglieder des Weltsicherheitsrats und den IAEA-Gouverneursrat gehen.
Der UN-Sicherheitsrat verlangt, dass der Iran die Urananreicherung stoppt. Das höchste UN-Gremium fürchtet, Teheran könnte angereichertes Uran zum Bau von Atomwaffen missbrauchen. Derzeit wird im Sicherheitsrat um schärfere Sanktionen gegen Teheran gerungen.
Wie in Wien bekannt wurde, hat der Iran der IAEA inzwischen mit über zweijähriger Verspätung ein 15-seitiges, bisher geheimes Dokument übergeben. Es beschreibt die Herstellung von speziellen Formen aus Uranmetall, die für die Produktion von Atomsprengköpfen benötigt werden.
Teheran hatte IAEA-Inspektoren ursprünglich erklärt, das Dokument über das Atomschmuggel-Netzwerk des pakistanischen Physikers Abdul Kadir Khan erhalten zu haben. Khan gilt als Begründer des pakistanischen Atomwaffenprogramms und hatte den Iran und Libyen in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit Gaszentrifugen zur Anreicherung von Uran beliefert.
Die IAEO hatte zwei Jahre lang vergeblich versucht, das Papier zu erhalten. Teheran erlaubte den Atominspektoren jedoch lediglich, das 15-seitige Dokument einzusehen. Es war ihnen aber verboten, die technischen Informationen zu kopieren oder Notizen davon zu machen.
Der neue Iran-Bericht ElBaradeis über das iranische Atomprogramm wird möglicherweise den Ausschlag geben, ob die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates und Deutschland neue Sanktionen gegen den Iran verhängen oder nicht. Diplomaten der sechs Länder hatten sich Anfang November in London auf einen Text für eine UN-Resolution für den Fall verständigt, dass Teheran die Forderungen der drei bisherigen Resolutionen weiter missachtet. Westliche Diplomaten in Wien befürchten jedoch, Russland und China könnten neue Sanktionen gegen Teheran blockieren, wenn der IAEA-Bericht zu positiv ausfällt.
Eine lediglich bessere Kooperation des Irans mit der IAEA genüge nicht, warnte der Wiener UN-Botschafter der USA, Gregory Schulte. "Wenn wir den neuen Bericht sehen, werden wir sowohl auf die volle Aufklärung (des iranischen Atomprogramms) als auch die vollständige Aussetzung (der Urananreicherung) achten, meinte Schulte vor Journalisten: "Es ist sicher nett, etwas über die Vergangenheit zu erfahren, doch was der (IAEA)-Gouverneursrat und der Sicherheitsrat wissen wollen ist, was die Iraner heute tun." (apa/red)
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